482klasse wahre Denker an. Sie raisonniren überDinge, woran selbst der Gelehrte selten zudenken pflegt, und das mit so vieler gesundenVernunft, daß der unpartheiische Beobachterda steht, und staunt. Sobald aber eben dieseLeute ihre Gedanken in Ordnung bringen, undschriftlich aufsetzen sollen; so findet man sieganz unfähig dazu. Und doch läßt sich nichtbestimmt und deutlich denken, ohne Hülfe be-stimmter und deutlicher Worte. Würd' es al-ſo nicht ſehr vortheilhaft ſeyn, den Ausdruckimmer mit dem Verstande gleichen Schritt ge-hen zu lassen? Das eine würde ja immer wie-der dem andern weiter helfen. Der wachsendeVerstand würde den Ausdruck berichtigen,und kraftvoll machen, und der richtige, kraft-volle Ausdruck würde dem Verstande dann wie-der neue Ideen liefern, neue Aufschlüsse ge-ben.Wenn Sie dies überdenken, lieberFreund; so werden Sie es ohne Zweifelmit mir gestehen, daß die Kinder nie früh-zeitig genug an hochdeutschen Ausdruck inSprache und Schrift gewöhnt werden kön-nen. Aber nun will ich Ihnen auch sagen,was
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2 (1791)
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482
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