467Und wenn es alſo gleich ſchwer iſt, durchausfehlerlose Muster in ihren Gesichtskreis zu rü-cken; so muß ihnen doch jeder matte, pöbel-hafte Ausdruck, jeder übel angebrachte Ein-fall, jede falſche Wortfügung, jede ſchiefeoder zweideutige Wendung angegeben, unddas Gegentheil muß ihnen von Seiten ſeinerSchönheit und Richtigkeit kenntlich gemachtwerden. Daher ist es auch auf alle Fälle nö-thig, daß der Lehrer die Schriften, die er ih-den zum Lesen hinreicht, vorher selbst durch-lieſt, und fehlerhafte Stellen von dieſer Artbezeichnet, um die Kinder aufmerksam daraufzu machen, und sie hernach zu fragen, wasihre Meinung von der Abſicht ſey, die ihn be-wogen habe, ein solches Zeichen bei dieseroder jener Stelle anzubringen.Kinder dürfen also im Gegentheil alles le-sen, was ihnen wahre und deutliche Begriffedarbietet; was einen Einfluß auf ihre künftigeGlückseligkeit hat; was mit ihrer wahrschein-lichen Bestimmung im bürgerlichen Leben zu-sammenhängt, und ihnen den Weg dazu ebnetund helle macht; was ihre Sprache bilden undverſchönern kann; was ihre Kenntniſſe vonGottGg 2
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2 (1791)
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