466sendfache Umstände nur gar zu bald rege ge-macht. Daher so oft die gesetzwidrigsten Aus-schweifungen! Daher so oft der frühe Schrittzu den mißlichsten Verbindungen! Und wozudenn die Erscheinung dieser traurigen Folgennoch dadurch beschleunigt, daß man die Kin-der mit Schriften bekannt macht, worin Liebelei der herrschende Ton ist, und dieser Tondurch dichterische Schilderungen der männli-chen oder weiblichen Schönheit verstärkt wird?Geſetzt aber auch, die Begierde würde dadurchnicht zur Unzeit hervorgezwungen — wird nichtdoch immer dadurch wenigstens ihr moraliſcher Sinn dergeſtalt verzerrt, daß er dasSchöne dem Edeln und Guten vorzieht? —10. Kinder dürfen nichts lesen, wasnicht in Ansehung der Schreibart richtigund in Ansehung der Sitten untadelhaft ist.Denn es ist gar zu leicht möglich, daß ihr Ge-ſchmack verderbt wird, und daß ſie ſich Fehlerangewöhnen, welche nachher so bald nicht wie-der verbessert werden können. Nach Musternbilden sie sich mehr, als durch Lehren. Jenehaben eine weniger merkliche, aber eben des-wegen vielleicht um so viel größere Gewalt.Und
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2 (1791)
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466
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