Druckschrift 
2 (1791)
Seite
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4591. Kinder dürfen nicht zu viel und nichtzu lange nacheinander lesen. Sie versäumensonst dadurch oft die Erlernung solcher Dinge,welche wesentlich zu ihrer künftigen Bestim-mung gehören, verletzen ihre Geſundheit,weil diese besonders im jugendlichen Alter vielBewegung erfordert, und werden auch wohlgar zu stummen Sünden dabei veranlaßt.Ausserdem ist ja schon ohnehin die Lesesucht bei-nahe in eine ansteckende Seuche ausgeartet,woran man um desto lieber darnieder liegt, jemehr man dabei der Wohllust pflegen kann.Und wer kann denn wohl mit dem bloßen Lesenin der Welt fortkommen? Wer kann dabeiimmer auch selbst denken, und dadurch dasGelesene benutzen? Es muß daher vorzüglichdarauf gedrungen werden, daß die Kinder je-desmal nur wenig lesen, und man muß es ih-nen immer zum Vorwurf machen, wenn siezwar viel gelesen, aber nicht genug daraus ge-lernt und behalten haben.2. Kinder dürfen auch nicht zu vielerleilesen. Sie sind noch unfähig, jedem Begriffe,der ihnen dadurch überliefert wird, seine ge-hörige Stelle anzuweiſen. Sie verwechſelnalso