396theilt werden soll, überhaupt höchsteinfachseyn müsse. Der Lehrer darf sich hier nicht zuunnützer Weitläuftigkeit verirren. Er muß sichvielmehr nur auf die faßlichsten und wesent-lichsten Sätze einschränken. Denn der Ver-stand der Kinder soll durch den Unterricht nichtüberschwemmt, sondern nur gleichsam ge-tränkt werden. Geschieht das erstere;strömen oft die edelsten und schönsten Begriffedahin, und Schlacken bleiben zurück — oderohne Bild — wenn der erste Religionsunterricht zu weiltläuftig ist, und sich auch übersolche Sätze erstreckt, die meist nur für die Spe-culation gehören, und auf das moralischeVerhalten und den Genuß des Lebens keine un-mittelbare Beziehung haben; so ist es leichtmöglich, daß die Kinder nur solche speculati-ve Sätze in ihrem Gedächtnisse aufbewahren-und dagegen die practischen Religionswahr-heiten, weil sie ihnen entweder zu leicht schei-nen, oder ihren Begierden und LeidenschaftenDaswiderstreben, aus den Augen verlieren.Wesentliche von dem Ausserwesentlichen abzu-sondern — dazu wird schon eine gebildetereVernunft erfordert, als man sie bei Schulkin-dern erwarten darf. Und ausserdem ist es ja
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2 (1791)
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396
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