390Es wird damit oft wahrer Misbrauch inden Schulen getrieben. Ich weiß nun zwarnicht, mein Freund; wie Sie es damit zuhalten pflegen. Aber von andern Lehrern weißich doch — gerade zu der Zeit, wo die Seeleder Kinder noch in der Zerstreuung umhereilt, woihr Gesicht noch alle Falten der lachenden Frell-de trägt, wo sie vielleicht kaum noch ihre Listoder ihre Bosheit in Thätigkeit gesetzt habengerade zu der Zeit ertönt oft der Zuruf: Bete!Und dieser Zuruf erscheint den Kindern in ei-nem solchen Zustande bald als ein Donnerwort,und bald ist er ihnen wenigstens gleichgültigDenn oft haben sie entweder zu wenig Samm-lung des Gemüths, als daß sie bei der Ableierung eines auswendig gelernten Gebets nichteinmal stottern sollten, oder sie fürchten sich-während dieser Handlung neuen Reiz zum La-chen zu bekommen, und dadurch sich Strafezuziehen. Und ist ihnen dieser Zuruf gleichstig; so wird schon wieder der eigentliche Zweides Gebets verfehlt.Soll also das Gebet seine Würde nicht ver-lieren; so ist es durchaus nothwendig, wenisstens beim Eintritt der Kinder in die Schul-
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2 (1791)
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