385Es ist nicht zu leugnen, liebster Freund!daß auf dieſe Weiſe die Religion erſt ihr gehö-riges Interesse erhalten würde. Das Kindwürde es einsehen lernen, daß man um desGuten willen glauben, d. h. Religion habenmüsse, und es würde also auch nie das unseli-ze Vorurtheil, daß die Religion so eine ganzeigne Sache sey, die mit dem menschlichen Le-ben in keinerVerbindung stehe, sondern nurals Wissenschaft betrachtet werden dürfe —daß man z. B. die wichtigsten Pflichten dersel-ben nicht anders, als in der Kirche oder zurZeit des Gebets u. s. f. und zwar mit einer ganzzum Ernste gezwungenen Miene erfüllen kön-ne — daß man nur zuweilen einmal als Christerscheinen dürfe, und übrigens das Recht be-halte, die Rolle des Menſchen mit allen ſeinenSchwachheiten und Leidenschaften zu spielen.dieses unselige Vorurtheil, sage ich, würde aufArt nie in ſeiner Seele aufkommen können.Und wirklich giebt es auch kein einzigesVorurtheil, welchem ein Lehrer, der chriſtli-che Menſchen und Bürger bilden will, mit ſovielem Eifer entgegen arbeiten muß, als diesen.Hier muß er alles anwenden, um esB 5gleich-
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2 (1791)
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