Druckschrift 
2 (1791)
Seite
354
Einzelbild herunterladen
 

354als eine Anweisung zur Erlangung höhererGlückseligkeit erklären, und dennoch dieserErklärung durch Ihr unvorsichtiges Betragenbeim Religionsunterricht wenigstens in denAugen der Kinder so geradezu widerspre-chen. Muß sie nicht auf die Art den Kindernvielmehr als eine Anweisung zur Erlangungvieler Schläge erscheinen?Willst du, daß den Kindern etwas ange-nehm werde; so mache es ihnen angenehm!Diese Regel sollten Sie billig mit goldnenBuchstaben auf Ihr Schulpult schreiben, da-mit sie Ihnen immer vor Augen wäre. Dennan sich selbst ist den Kindern noch gar nichts an-genehm, was ernsthaftes und angestrengtesNachdenken erfordert. Sie werden meistensnoch allein von körperlichen Bedürfnissen um-hergetrieben, und nur diese scheinen ihnen derBefriedigung werth zu ſeyn. Geiſtige Bedürfnisse aber sind ihnen entweder noch unbe-kannt, oder sie sind doch bei weitem so drin-gend nicht, als jene. Erst mit der Zeit werdendieselben rege, und zwar in eben dem Grade,in welchem ihre Seele gebildet, und mit Be-griffen genährt wird. Wie viel Uebung gehörtalso