3435) Und wie leicht werden nicht die Kinderdurch ſtete Strafen von der Art nur verſtockt!Ihr Blick wird von dem einzelnen, beſtimmtenFehler, welcher bestraft wurde, oft ganz hin-weggewandt, und allein auf die Strafe gerich-tet. Sie denken nicht daran, jenen zu bereuenund zu verbessern, sondern werden vielmehrnur unwillig über sich selbst, daß sie sich überder Begehung deſſelben von dem Lehrer ertap-pen ließen. Oder die Ausduldung einer kur-zen Strafe scheint ihnen aller Nachtheil zuseyn, der auf den Fehler erfolgt. Und wie oftwird dann nicht das Vergnügen bei der Bege-hung desselben diesen vorausgesehenen Nach-theil überwiegen! Ja, wenn auch den Lehrerseinen Zweck erreicht, und sie durch solcheStrafen furchtsam und ängstlich macht; so hater doch noch keinen wahren, dauerhaftenNutzen geſtiftet. Furchtſame und ängſtlicheMenschen werden nachher die fühllosesten undgrausamsten. Das lehrt die tägliche Erfah-rung und die Geſchichte aller Völker, die unterdem Drucke des Despotismus leben.6) Offenbar alſo können dieſe Strafen auchder nachherigen Moralität hinderlich werden.Sie9 4
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2 (1791)
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343
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