320dachte Verfahrungsart. Denn die Schulewird dadurch ja offenbar zu einem Gefängnisseherabgewürdigt. Das Kind fängt an, sie zuhassen, und anstatt durch edle Wißbegierde zuihr hingetrieben zu werden, besucht es sie inder Folge mit äusserstem Widerwillen.3) Eben so wenig darf man ein Kind je-mals durch Schläge, oder andere willkührlicheStrafmittel zum Lernen anhalten. Denn dasLernen soll angenehm bleiben, und wird da-durch unangenehm. Auch liegt ja die Urſache,warum es nicht viel lernt, oft nur an dem Leh-rer, und nicht an dem Kinde. Nur die Hoffnung, sagt Gedike sehr wahr*), ist ihrer Na-tur nach ein antreibendes, aber die Furchtein zurückhaltendes Principium. Dahermüssen auch nur frohe Aussichten das Kind zurWissenschaft locken, und nur in dem einzigenFalle, wenn es schon sehr verwöhnt und ver-härtet*) M. s. dessen „practischen Beitrag zur Methodikdes öffentlichen Schulunterrichts. S. 15.(Berlin 1781. gr. 8.) Eine kleine Schulschrift,die überhaupt manche trefliche psychologische Be-merkung, angewandt auf Pädagogik, enthält.A. d. H.
Druckschrift
2 (1791)
Seite
320
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