290betrügerischen Dunst eines uneingeschränktenZutrauens zu sich selbst, entzieht er seinen Brü-dern Hochachtung, Liebe und Dienstbereitwil-ligkeit. — Und warum denn auch gelobt, wasim Grunde nur erfüllte Pflicht ist? Warumdurch das Lob den Gedanken der Pflicht ausden Augen gerückt? Warum gleich überWunder erstaunt, wo etwas sehr natürlichzugieng? Warum —Hier aber fiel ihm der Schullehrer insWort. Genug! sagte er. Ich sehe denWerth dieser Behauptungen ein. Ich gestehees, daß ſtetes Lob als eine Art von Verzärte-lung betrachtet werden, und daß diese Verzär-telung alle die von Ihnen angegebenen Folgennach sich ziehen könne. Allein ich kann es denndoch auch nicht verschweigen, daß Sie mir zuviel zu behaupten, und gar zu allgemein zu ur-theilen ſcheinen. Wie oft findet man nicht,daß z. B. muthlose Kinder durch Lobeserhebun-gen wieder zum Fleiße aufgemuntert werdenkönnen, gesetzt auch, sie hätten diese Lobeser-hebungen nicht so ganz verdient!Gut, gab ihm sein Gegner zur Antwort;Das
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2 (1791)
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290
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