289ren Realitäten, sondern oft, wo nicht gargröstentheils, dem Schimmer ausgeputzterKleinigkeiten zu Theil wird; so verwirren sichseine Ideen vom Werth und Unwerth der Din-ge, und die unausbleiblichen Folgen davonsind nicht nur unrichtige Urtheile darüber, son-dern auch eigne Bemühungen, in dergleichengeprieſenen Nichtswuͤrdigkeiten ſich hervorzu-thun. Und wie viele Leiden wird es nicht inder Folge zu dulden haben, wenn es durchzahlloſe Lobeserhebungen gar zu empfindlichfür zeitliche Ehre geworden ist! Die Weltfrägt nicht darnach, wie der Mann als Knabein der Schule beurtheilt worden ist. Sie frägtvielmehr dann nur nach den wirklichen Voll-kommenheiten, die er als Mann hat. Undhascht nun also — fuhr er fort — ein solcherMann, der in seiner Jugend so oft und so lautgepriesen wurde, einmal vergeblich nach Ach-tung und Beifall, oder erndtet er gar an deſſenStelle kalte Geringschätzung und verläumderi-sche Beschimpfungen ein — wie schmerzhaft!wie folternd! Er wird unzufrieden mit derWelt und der Menſchheit, ſieht allenthalbenUnordnung und Regellosigkeit in dem morali-ſchen Laufe der Dinge, und eingehüllt in denbetrü-
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2 (1791)
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