282chen Standes mischt, die dazu erforderlichenKenntnisse einzusammeln. Und nun sollte derStand, wozu die Natur selbst die Frauenzim-mer bestimmt, nicht einer ähnlichen Vorberei-tung werth seyn? Man sollte ihnen dieSchätze der schon vorhandenen pädagogischenErkenntniß verschliessen, um sie nachher durcheinige ungerathene Kinder auf den Werth einersolchen Erkenntniß erst aufmerksam machen zulassen?Aber freilich dürfte die Ueberlieferung die-ser Erkenntniß in einer Gesellschaft von jungenFrauenzimmern nicht ohne Vorsicht und Behut-samkeit unternommen werden. Man dürftenicht zu ihnen sagen: „Wenn ihr einst Mütterseid; so müßt ihr diese und jene Regel in derErziehung eurer Kinder befolgen.“ Es würdedann gewiß die eine oder die andere sich schonerwachsen dünken, würde den Zunder derWohllust in sich selbst und ihren Gespielinnenentzünden, und sich zu früh nach dem Zeitpunc-te sehnen, wo sie ihre theoretische Erkenntnißpractisch anwenden könnte. Allein wozu auchdieser gerade Gang des Unterrichts? Wakumnicht die Erziehungskunst als einen wesentli-chen
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2 (1791)
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282
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