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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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BAUTEN, INDUSTRIELLE UND GEWERBLICHE ABTEILUNG

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Palmenhaus mit Warm- und Vermehrungshaus von Gerh.Rubruck

in Cöln

Schönbergische Gartenverwaltung inThammenhain bei Leipzig war mit Cham-pignonbrut in drei verschiedenen Formen dieAusstellerin einer interessanten Spezialität.Die Fabrikate waren in einer pultförmigenVitrine unter Glasdecke enthalten.

Dieser Besichtigung resp. Aufzählung sollsich nunmehr diejenige der ausgestelltenTreib- und Glashäuser und Heizungenhier anschließen.

Um auch die Pflanzen anderer Länderstricheund Klimas dem verwöhnten Europäer zurSchmückung seines Heimes zu züchten undzur Verfügung zu stellen, hat der Gärtner seitlanger Zeit schon Kulturhäuser angelegt, indenen er unter Glas auf möglichst geeigneteArt den Pflanzen die Lebensbedingungen derHeimat auf künstlichem Wege zuzuführenbestrebt ist. Selbstverständlich muß also eineGartenbauausstellung sowohl den Fortschrittin der Konstruktion der modernen Gewächs-häuser, als auch die bei uns unter Glas kulti-vierten tropischen Gewächse dem Publikumvor Augen führen.

In großartiger Weise ist dies auf der Düsseldorfer Ausstellung geschehen. Eine ganze Reiheerster Treib- und Glashausfabrikanten hatte sich durch Aufstellung der verschiedenartigsten Aus-führungen praktischer und hübscher Bauten dabei beteiligt. So vor allem die Firma GerhardRubruck-Cöln. Links vom Haupteingangstor hatte diese Firma auf einem größeren Komplex vonca. 350 qm eine komplette Gewächshausanlage für einen herrschaftlichen Garten ausgestellt, die inder Größe und Einrichtung den meist vorkommenden Ansprüchen entsprach. Die Anlage bestandaus dem in der Mitte liegenden gleichzeitig als Haupteingang dienenden Palmenhause, alles inSchmiedeeisen konstruiert, mit Doppeltüren, Luftfenstern für untere Luftzuführung, Entlüftung imDachreiter usw. versehen. Rechts daran schloß sich das Weinhaus an, welches sich durch dieLüftungseinrichtung mit ihren gänzlich zu öffnenden schrägen Seitenwänden und der in einerSekunde leicht offenzumachenden Firstlüftung auszeichnete. Sämtliche Lüftungseinrichtungen warendurch abnehmbare Drahtgeflechtrahmen gegen das Eindringen von Vögeln und Insekten verschlossen

und geschützt. Links vom Palmenhausefügte sich ein Warmhaus und eine Ver-mehrung an und an letztere eine Abteilungfür Orchideen. Diese Gewächshäuser warensämtlich aus amerikanischen Pitchpine-Holzsprossen konstruiert und hatten First-lüftung Und untere Mauerlüftung. An dasdem Haupteingang gegenüberliegende Zeltdes Palmenhauses reihte sich ein großesdoppelseitiges Gewächshaus an, das aufder Ausstellung zur Kultur von Nelumbieneingerichtet war, später aber mit Seiten-und Treppenstellage als Kalthaus Verwen-dung finden sollte. Auch hier war First-lüftung für untere Luftzuführung in deraufrechten Glaswand und auch in derSockelmauer angebracht. Von diesemHause gelangte man durch einen kleinenVerbindungsgang in das Viktoria-Regia-Haus, das in leichter und gefälliger, jedochstabiler Eisenkonstruktion ausgeführt war.Gleichermaßen hatte man hier auf dieWein- und Obst-Haus von Gerh. Rubmck in Cöln Lüftungseinrichtung großen Wert gelegt.