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WISSENSCHAFT!.., KÜNSTL. UND SOZIALE
Der alpine Garten. Mittlerer Teil
abschließen, nicht weniger anziehend, anregend und belehrend sei, als das Bild kulminierenderKraftfülle und strotzender Üppigkeit, welches uns in den riesenhaften Blättern tropischer Palmen,Araceen und Seerosen entgegentritt. Ja, gerade in der Darstellung des Kontrastes, welcher ausdem Anblick dieser beiden Extreme organischer Entfaltung entspringt, liegt, wie mir scheint, einewichtige Aufgabe aller jener Gärten, welche der Belehrung des Publikums gewidmet sein sollen,und es kann darum die Anlage und Anzucht einer Alpenflora allen derartigen Gärten nicht warmgenug empfohlen werden."
So ganz unverhallt sind diese schönen Worte nicht geblieben, denn bereits eine Reihe botanischerGärten, wie solche in Berlin, München, Dresden, Darmstadt, Hamburg, Breslau usw. haben heutemustergültige Alpinenanlagen. Auch von privater Seite sind schon eine Anzahl bemerkens-werter Anlagen geschaffen. So vor allen Dingen der Alpengarten des Herrn Dr. G. Dieckin Zöschen bei Merseburg und der des Staudenzüchters Herrn Georg Arends in Ronsdorf bei Barmen,die zu besichtigen besonders zur Zeit der Hauptblüte im Juni, eine Reise dahin schon lohnt.
Die Zeit wird hoffentlich nicht mehr allzu fern sein, wo auch andere öffentliche und privateAnlagen, besonders die Stadtparks oder Volksgärten, dem lieblichen Zwergvolk der Hochgebirgsfloraeine Heim- und Pflegestätte bereiten. Auch mit den einfachsten und bescheidensten Mitteln läßtsich viel, selbst in den kleinsten Gärten, erreichen, so daß auch dem weniger mit Glücksgütern Ge-segneten die Möglichkeit gegeben ist, sich mit der Kultur der alpinen Gewächse zu befassen.Wenn Mittel an Geld oder Platz nicht ausreichen, eine eigentliche Felsenanlage zu schaffen, sokönnen auch alte, bröcklig gewordene Mauern, sofern sie nur frei und sonnig liegen, sehr gut mitallerhand Alpenpflanzen besetzt werden. Dadurch verwandelt man oft häßliche Stellen im Gartenzu einem wahren Paradiese. Mit Leichtigkeit und geringen Unkosten kann man auch gewöhnlicheBacksteinmauern durch Verkleidung mit Natursteinen zu einer Felspartie umwandeln, bezw. denEindruck einer zerfallenen alten Mauer hervorrufen. Auch für diejenigen Liebhaber, welche nicht