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AUSSTELLUNG IN DEN HALLEN
eine verhältnismäßig geringe war. Auch das Rheinland, mit dessen Beteiligung man geglaubt hatte,an erster Stelle rechnen zu dürfen, war nur durch eine kleinere Zahl von Ausstellern vertreten.
Treibobst war — Erdbeeren ausgenommen, welche auch deutsche Aussteller brachten, —fast nur von Frankreich ausgestellt. Pfirsiche, Kirschen, Feigen, Johannis- und Himbeerenzeigten die fran-
zösischen Aus-steller in einerkaum zu über-treffenden Voll-kommenheit.Dank der eigen-artigen, sorg-fältigen Ver-packung waren
alle dieseFrüchte derartvorzüglich aus-gestellt, daßman ihnen in
keiner Weiseweder die seitihrer Ernte ver-flossene Zeitden Blicken dar
Internationale September-Gemüseausstellung. Ausstellung von J. Zopes,Fischenich bei Cöln
noch den weitenReiseweg an-sah. Mit demganzen Duft, mitdem vollenSchmelz derfrischen Frucht,in einer Verpak-kung, welcheimmer derenSchönheit her-vorzuheben undsich niemalsaufzudrängensuchte, stellten
die franzö-sischen Züchter
ihre Früchteden bewundern-
Es kann nicht oft genug betont werden, daß deutsche Obstzüchter und Gemüse-gärtner der Verpackung weit größere als die bisherige Aufmerksamkeit widmen und sich zu demZweck das Beispiel des Auslandes, an erster Stelle das der Franzosen, zunutze machen müssen.Düsseldorf hat hierfür mehr als irgend eine Ausstellung zuvor Gelegenheit geboten.
Erdbeeren waren in einigen vorzüglichen Einsendungen aus der Rheinprovinz vertreten. Währenddiese fast nur aus der alten, für Treibzwecke wohl bewährten, leider aber wenig aromatischen Sorte„Laxtons Noble" bestanden, zeigten die Franzosen neben dieser auch neuere Erdbeersorten. Unterdiesen nahm die ,,Dr. Morere" durch ihre Größe und durch ihren Geschmack die erste Stelle ein.45 Gramm wogen im Durchschnitt die Früchte dieser Sorte, während alle anderen nur die Hälftedieses Gewichts erreichten.
An überwintertem Obst 1903er Ernte waren Mitte Mai 1904 in Düsseldorf schöne deutscheÄpfel und Birnen ausgestellt. Teils in Torfmull, teils in Papierumhüllung in geeigneten Räumenaufbewahrt, waren diese Früchte in jeder Beziehung vorzüglich erhalten. Eine wirtschaftlicheBedeutung dürfte indessen eine derart bis zum Mai Juni dauernde Aufbewahrung kaum haben.Gegenüber den durch Gewichtsverlust, durch das niemals ganz ausbleibende Faulen und durch dieArbeit entstehenden Verlusten und Kosten sind die Preise für Wirtschaftsobst -- und nur solcheskommt hierbei in Frage — im Frühling nicht entsprechend höhere als im Herbst.
Weintrauben hatte Frankreich in ganz hervorragender Beschaffenheit gebracht. Trotzdem dieseTrauben nicht frisch getriebene, sondern nach erprobtem Verfahren vom Herbst 1903 aufbewahrtwaren, zeigten sie sich so vorzüglich erhalten, so sehr angetan mit dem zarten, leichten Hauch undDuft der frisch gereiften Traube, daß man sie für solche hätte halten dürfen. Ganz besonders Hervor-ragendes leistet hierin Thomery bei Fontainebleau.
Frankreich und Belgien besitzen Weinhäuser, welche einen Flächenraum von mehr als 500 haeinnehmen. Aber nur wenige dieser Häuser werden für die eigentliche Treiberei benutzt. Ein großerTeil der Trauben, welche während des Winters und bis zum Frühsommer auf den Märkten oderin den Delikateß- und Fruchthandlungen aller Großstädte zum Verkauf gestellt werden, sind vor-jähriger Ernte. Unter der peinlichsten Innehaltung der richtigen, langjährig erprobten Temperaturund Lüftung halten sich die spät im Oktober—November in den Weinhäusern reifenden Traubenbis zum April—Mai, das heißt so lange, bis sie von frisch getriebenen Trauben abgelöst werden.
Freilich sind die Preise solcher Trauben, wie auch die der ersten Pfirsiche, Erdbeeren undKirschen sehr hohe, wenn auch nicht mehr so hohe, als vor zehn und längeren Jahren. Früherzahlte man im Januar—Mai oft 20 bis 35 Franks für das Kilo bester Tafeltrauben, während derPreis heute selten über 10 Franks hinausgeht. Man beachte, daß das Preise sind, welche derZüchter aus erster Hand vom Händler erhält.
Die Gemüseausstellung hatte erfreulicherweise eine größere Beteiligung seitens deutscherZüchter gefunden. Im besonderen waren die Einsendungen von Spargel ganz hervorragende. Elsaß