AUSSTELLUNG IN DEN HALLEN
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getragen haben, denn das Publikum war über diese Ausstellung geradezu entzückt. Die Farben-wirkung dieser gelben Ausstellung war aber auch eine unvergleichlich prächtige. Der untere Teilder Halle, welcher diese Ausstellung aufnahm, war mit olivegrünem Stoff ausgespannt, der voneinem Fries von rotem Stoff mit goldenen Girlanden eingefaßt war. Der obere Teil war weißgehalten und auf diesem weißen Grunde war in den Ecken Gitterwerk angebracht, welches mitroten Rosen berankt war. Als Abschluß zogen sich an den Wänden entlang grüne Festons, diedurch mit roten Schleifen geschmückte Kränze unterbrochen wurden. In diesem prachtvollenRahmen wirkte das dezente Gelb der Blumenarbeiten äußerst vornehm und stimmungsvoll.
Wir sind mit unseren Betrachtungen zu Ende, und ohne unbescheiden zu sein, dürfen wir dochwohl auch für die Bindekunstausstellungen das alte Wort in Anspruch nehmen: Ende gut, allesgut. Zum Schluß möchten wir noch bemerken, daß an den verschiedenen Bindekunstausstellungen438 Aussteller teilnahmen, die insgesamt über 3700 Blumenarbeiten zur Ausstellung brachten.
10. Die Obst- und Getnüseausstellungen
von Arnold Freiherr von Solemacher-Namedy
Eine große Aufgabe und einhohes Ziel waren es, zu welchendie Leitung der Düsseldorfer Aus-stellungen des Jahres 1904 dendeutschen Obst- und Gemüsebauaufforderte. Hand in Hand mitden Schöpfungen deutscher undausländischer Kunst, sollte deut-sches Obst und deutsches Gemüseden Beweis erbringen, daß sievorwärts geschritten seien undden Anforderungen der Zeit ent-sprächen.
International war die Kunst-ausstellung, und Internationalmußten deshalb auch Obst- undGemüseausstellungen sein. Abernicht nur deshalb! Am Vorabend vor dem Abschluß neuer Handelsverträge, lange Jahre nach derletzten Internationalen Obstausstellung in Hamburg, in einer Zeit, welche für Deutschland selbst inden Augen der sich dagegen Sträubenden einen Wendepunkt bedeutet, von den Klein- und Liebhaber-Kulturen hinüber zu schreiten zu den Obst-Massenkulturen, war der Augenblick für eine große Inter-nationale Obst- und Gemüseausstellung in Deutschland ein günstiger.
Nicht nur für eine Ausstellung!
Nach alter Gewohnheit pflegte man bis dahin in Deutschland und im Auslande Obst- und Ge-müseausstellungen im Herbst stattfinden zu lassen. Nur ausnahmsweise veranstaltete man hier unddort wohl einmal in beschränkt lokalem Kreise eine Früh-Obst-, eine Früh-Gemüseausstellung.
Aber schon längst ist es nicht nur die ausnahmsweise Gewohnheit reicher Leute, junge Gemüse,Erdbeeren, Pfirsiche und Trauben, Aepfel und Birnen zur sommerlichen Reifezeit auf ihren Tischenzu sehen. Mit dem wachsenden Wohlstande in Deutschland wuchsen auch die berechtigtenAnsprüche auf frisches Obst, auf junge Gemüse für den täglichen Tisch des sogenannten Mittel-standes. Die „primeurs" sind kein ausschließliches Vorrecht der reichen Leute geblieben. Sie findensich heute auf jeder bürgerlichen Tafel und auf den Speisekarten eines jeden besseren Gasthauses.
Deshalb war es ein berechtigtes und auch ein notwendiges Unternehmen für Düsseldorf, eineReihe von Obst- und Gemüseausstellungen vorzusehen, deren Programme vom frühen Mai bis zumspäten Oktober alles das umfaßten, was auf diesen Gebieten durch die vollendetste Erfahrung, durchdie Kunst und den Fleiß der Gärtner geschaffen wird.
In Düsseldorf fanden vom Mai bis Oktober statt:
5 Internationale Obstausstellungen,
3 Internationale Gemüseausstellungen,
1 Deutsche Ausstellung von Handelsobst und Baumschulwaren,
1 Großer deutscher Obstmarkt.
Ausstellung von Treibgemüse.
Mai
W. Kaiser, Würzburg