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AUSSTELLUNG IN DEN HALLEN
Blumen zum Schmucke nicht angewendet werden können oder sollen, mit einem vortrefflichen
Ersatz, der hinsichtlich seiner Wirkung den lebenden Kindern Floras in nichts nachsteht, auszuhelfen.
Eine Ausstellung für Binder und Binderinnen war für die Zeit vom 20. bis 23. August
veranstaltet worden. Dieses Unternehmen sollte zeigen, was das in den Blumengeschäften tätige
Personal aus eigener Kraftund ohne den direktenEinfluß des Geschäfts-inhabers zu leisten im-stande sei. Dem Rufewaren über 100 jungeLeute gefolgt, die insge-samt ungefähr 500 Blumen-arbeiten zur Ausstellunggebracht hatten. Das wardes Guten etwas zu vielgeworden, ein derartigerUmfang war nicht voraus-gesehen worden. Manchesvon dem Ausgestellten ließgewiß in dieser oder jenerBeziehung zu wünschenübrig; man merkte hiernamentlich recht deutlichdie Kleinstädte heraus,von wo nicht immer diebesten Arbeiten stammten.Es fehlt in den Klein-städten an Gelegenheit, ingrößeren Blumenarbeiteneine solche Fertigkeit zuerlangen, daß der Blumen-binder mit seinen Kollegenin der Großstadt erfolg-reich in Wettbewerb tretenkann. Auch die leider nochso vielfach verbreitete Mei-nung, daß zu Ausstellungs-arbeiten außergewöhnlicheFormen gewählt werdenmüssen, machte sich auchhier bemerkbar. DieserGlaube ist ebenso grund-falsch wie jener, daßnur mit kostbaren Blumenauf Ausstellungen große
Blumengeschmückter Spiegel von Gebr. Marx-Düsseldorf
Wirkungen erzielt wer-den können. Gerade nachdieser Richtung hin hat dieBinder- und Binderinnen-ausstellung Gutes bewirkt.Sie wird manchen Aus-steller bestimmt haben,für die Folge weniger aufdie Kostbarkeit des Mate-rials, als vielmehr aufdie künstlerische Wirkungder Blumen überhaupt zuachten, und anstatt Arbei-ten zu wählen, derenAnfertigung ihm nichtgeläufig ist, wird ernur solche Zusammenstel-lungen wählen, deren voll-ständige technische Be-herrschung sich der Aus-steller sicher ist.
Eine Ausstellung wie dieInternationale Binde-kunstausstellung vom17. bis 20. September hates bis dahin noch nichtzu schauen gegeben, undes ist auch sehr fraglich,ob so bald ein ähnlichesUnternehmen möglich seinwird. Die Bedeutung dieserAusstellung mag durcheinige Zahlen illustriertwerden. Es waren ins-gesamt 160 Firmen betei-ligt mit zusammen 1354Blumenarbeiten. Die Aus-steller verteilten sich auf85 Städte des In- undAuslandes. Vom Auslandewaren die Länder Öster-
reich, Frankreich, Belgien, die Schweiz und Ungarn vertreten. Das vor dem Stattfinden dieserAusstellung hervorragendste Unternehmen ähnlicher Art war die erste Bindekunstausstellung zuFrankfurt a. M. 1900, eine Ausstellung, welche lediglich der Blumenschmuckkunst diente. Wenn wirdie Beteiligung an beiden Ausstellungen gegenüberstellen, so ergibt sich, daß in Düsseldorf fast dreimalsoviel Arbeiten ausgestellt waren, wie in Frankfurt. Eine Gegenüberstellung zeigt folgendes Gesicht:
Düsseldorf 1904 .Frankfurt a. M. 1900
deutscheAussteller
88
ausländischeAussteller
9
1
ausgestellteArbeiten
1354494
beteiligteStädte
8551
Auch hinsichtlich der Güte der Ausstellungsarbeiten zeigte Düsseldorf einen gewaltigen Fort-schritt. Dies wird von der gesamten berufstätigen Fachwelt des In- und Auslandes, die in denTagen vom 17. bis 20. September in Düsseldorf weilte, rückhaltlos anerkannt. Daß auch das Publikumdurch Massenbesuch seinen regen Anteil an der Ausstellung bekundete, das wurde bereits eingangs