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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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AUSSTELLUNG IN DEN HALLEN

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Die mittleren Beete der nördlichen Hallenhälfte hatte Herr Winter aus Bordighera mit Kakteen,besonders Opuntica, mit Agave, Aloe, Dasylirion, Echeveria und anderen Pflanzen bestellt, welche,in südlichem Klima gewachsen, durch ihre Üppigkeit, Blühwilligkeit und Größe vorteilhaft auffielenund im Rahmen der majestätischen Palmen ein schönes Bild abgaben.

Wenngleich die Kakteen, was Farben- und Formenreichtum der Blüten betrifft, sich nicht mitanderen Sonderausstellungen, z. B. der Orchideen-, Rhododendron- oder Rosen-Ausstellung vergleichenkönnen, so ist doch diese Ausstellung unstreitig eine der interessantesten Sonderausstellungen aufder Düsseldorfer Großen Gartenbauausstellung gewesen; das Interesse des Publikums war ein stetswachsendes, so daß die ursprünglich bis 23. Juni geplante Ausstellung bis 4. Juli verlängertwerden mußte.

6. Die Farnenausstellung

von F. Keerl

Während den Besuchern der Kakteenausstellung ein felsiges und sandiges Wüstenbild mit dengrotesken Formen der stachligen Bewohner dieser Gegenden vor Augen geführt wurde, zeigte diein der Zeit vom 6. August bis 1. September veranstaltete große Farnenausstellung ein üppigesVegetationsbild eines kleinen Teils des tropischen Urwalds. Herr Vogel-Hartweg aus Baden-Baden hat als Leiter dieser Ausstellung sehr viel Geschmack bei der Anordnung, der Einsendungund ihrer Verteilung über den zur Verfügung gestellten nördlichen Teil der großen Blumen-halle bewiesen.

Auch diese Ausstellung wurde durch Direktor Frauberger ins Leben gerufen. Anfangs wurdenim Gartenbauausschuß dem Projekte, eine Farnenausstellung zu veranstalten, Zweifel entgegen-gebracht, weil man der Meinung war, daß sie zu wenig abwechslungsvoll, zu wenig farbenreichsein und eigentlich nur für den Botaniker Interesse haben würde. Als aber Direktor Fraubergerberichten konnte, daß ihm schon von verschiedenen Seiten große Baumfarnen zur Verfügunggestellt worden seien, zum Teil wahre Riesen ihrer Gattung, daß durch die Bepflanzung des Unter-grundes mit Selaginellen und Adiantum und durch natürliche Einordnung von Orchideen und Lianenein tropisches Urwaldbild geschaffen werden könnte, wurde sofort dem Projekt nähergetreten undeine Verbindung mit Sammlern, Liebhabern und Handelsgärtnern herbeigeführt.

Vogel-Hartweg in Baden-Baden stellte seine zwei Riesenbaumfarnen von je 7 Meter Höhe undüber 5 Meter Durchmesser bereitwilligst zur Verfügung, und übernahm, wie schon erwähnt, alsgeübter Fachmann die Gesamtanordnung. Anschließend an den deutschen Wald der nördlichenHauptblumenhalle waren die reichhaltigen schönen Farnensammlungen einheimischer Freilandfarnenvon Regierungsrat Kulimann in Dortmund und Rentner Wirtgen in Bonn eigenhändig ingeschmackvoller und wirkungsvoller Ausstellung untergebracht. Beide Aussteller als Kenner undLiebhaber unserer einheimischen Waldbewohner hatten ihre Pfleglinge vorzüglich etikettiert. Andiese beiden Gruppen schloß sich die ebenfalls sehr reichhaltige und schöne Sammlung von Frei-landfarnen von Georg Arends in Ronsdorf an. In zwangloser Gruppierung, die das tropischeVegetationsbild vervollständigten, waren von Friedrich A. Haage jr. in Erfurt 6 große Baum-farnen, von H. Hartstein sen. in Düsseldorf ein prächtiges großes Cibotium, von Fritz Marx inDüsseldorf 2 große Alsophylla, von J. Reinarz in Düsseldorf 2 große Baumfarnen, darunter einprächtiges Balantium, und außerdem noch eine Anzahl mittelgroßer Baumfarnen ausgestellt, die sichaus den Sammlungen von Warmhausfarnen hervorhoben, welche über den zur Ausstellungbestimmten Raum verteilt worden waren. Sehr schöne Beiträge lieferte die Stadtgärtnerei inDüsseldorf; unter ihrem Sortiment Warmhausfarnen war auch ein schönes wertvolles Davallien-Sortiment. Ferner war die Friedhofsgärtnerei in Düsseldorf mit einer schönen Auswahl inter-essanter Warmhausfarnen vertreten, und noch viele andere Aussteller waren mit schönen Beiträgenherangekommen.

Zur Bepflanzung des Untergrundes waren von der Ausstellungsleitung mehrere tausend Selaginellenund Adianten angekauft worden. Eine sehr seltene Pflanze, genannt der Elefantenfuß, wucherte mitlauchgrünen Ranken über dem dunkelgrünen Selaginellenpolster. Das Interesse beim Publikum warein sehr lebhaftes und bewies, daß auch diese Ausstellung zu den gelungenen Veranstaltungengezählt werden darf.

Über die Höhe und Breite des größten Baumfarns gibt die umstehende Abbildung, über dasArrangement die Abbildung auf Seite 128 und die Lichtdrucktafel XIII Aufschluß.

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