AUSSTELLUNG AUF DEM GELANDE
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Rosarium im Flor
freudigen Behagens erschlossen. In der freien Natur selbst sieht das für den Reiz des Kleinenerschlossene Auge immer neue Schönheiten in der unendlichen Fülle der Erscheinungsformen. Wieviele werden dadurch zu reineren Freuden geführt, als sie im groben materiellen Genuß und in derErregung der Begierden finden. Das wirksamste Mittel aber, das Interesse für das von der NaturGeschaffene zu wecken, ist eine große Gartenbauausstellung mit ihrem vielfachen Wechsel vonAusstellungsobjekten, die jedem das ihm Zusagende vermittelt und ihm das einzelne in wirklicherVollendung vorführt. Die dekorativen Pflanzen des freien Geländes müssen deshalb so angeordnetwerden, wie sie im eignen Garten ihre bestwirkende Verwendung finden können. Darauf legteich gerade als Leiter der Ausstellung im freien Gelände besonderen Wert.
Das Gelände der Ausstellung bot leider an sich wenig, um eine reizvolle landschaftliche Wirkungerzielen zu können. Ein Wechsel von Höhen und Mulden war nicht vorhanden. Erschwert wurde dieDisposition aber noch dadurch, daß die Vielseitigkeit und Fülle des einlaufenden Pflanzenmaterials derLeitung durch das freie Programm, wonach jeder senden konnte, was und wieviel er wollte, vorherganz unbekannt war. Dadurch war jede nach den Gesetzen der Regelmäßigkeit zu treffende Anordnungausgeschlossen. Die Aufgabe mußte so gelöst werden, daß in ganz freier möglichst guter Wechsel-wirkung die zu verschiedenen Zeiten eintreffenden vorher ungekannten Gruppen einander angegliedertwerden konnten, wobei es auf das Geschick des Disponenten ankam, alle diese nicht vorhergesehenenSendungen so pflanzen zu lassen, daß der Gesamteindruck ein einheitlicher und harmonischer wurde.
Auf diesen großen Ausstellungen steht deshalb der streng eingeteilte Wettstreit um die voll-kommenste Kultur des einzelnen Züchters nicht an erster Stelle, wie auf einer kurz dauerndenSpezialausstellung; vielmehr müssen alle Fachgenossen Hand in Hand gehen, damit durch Ausstellenin großer Fülle und Vielseitigkeit blendende Wirkungen erzielt werden und die Eigentümlichkeit derArten voll zur Geltung kommt. Dadurch wird jeder Beschauer entzückt und leichter für die Pflegeder Blumen und Pflanzen gewonnen.
Auf solchen Ausstellungen sollte auch nicht der Einzelne derartig durch Zuerkennung von Preisenhervorgehoben werden, daß nun alle Welt bestrebt ist, nur von diesem einen Züchter, dem diebetreffende Kultur gerade besonders gelang, seinen Bedarf zu beziehen, sondern der Zweck ist viel-mehr, durch Ausstellung großer Massen der einzelnen Arten die Aufmerksamkeit darauf zu lenkenund die Liebhaberei dafür zu wecken. Naturgemäß wird erhöhte Nachfrage die Folge sein, die ausden dem Abnehmer nahestehenden Kreisen der Züchter befriedigt werden kann.
Für die Düsseldorfer Ausstellung wurden deshalb Masseneinsendungen einzelner Arten besondersgewünscht und um dies zu erleichtern, übernahm die Ausstellungsleitung die Frachtkosten der Ein-sendungen. Die freie Rückfracht wurde von den Verwaltungen der Eisenbahnen zugesichert.
Für die Ausstellung im Freien war kein detailliertes Programm für den Wettbewerb her-ausgegeben, sondern nur ein allgemeines Programm aufgestellt, welches die Aussteller darüber auf-