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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
Entstehung
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AUSSTELLUNG AUF DEM GELANDE

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Bepflanzung der Rasenfläche vor dem Diorama

die Beibehaltung der von der vorher-gehenden Ausstellung übernommenenBauobjekte etc. sehr erschwert, zu-mal dabei für die gärtnerischen An-lagen der zu erwartende große Ver-kehr in erster Linie berücksichtigtwerden mußte. Trotzdem gelang es,großwirkende Rasenpartien zu schaffen,auf denen dekorative Pflanzen undBlumen, sich gegenseitig hebend, dengünstigsten Platz fanden. Das Terrainwurde, soweit die vorhandenen Bautenes zuließen, in große Grünpartien ver-wandelt nach dem Grundsatze:Jegrößer die Perspektive, je größer dieWirkung", wobei Sorge getragen wurde, diese Perspektiven durch große Mannigfaltigkeit der um-rahmenden Gruppen reizvoll zu gestalten. So entstanden große Flächen vom Kunstpalast bis zurBlumenhalle und vom Hauptrestaurant bis zum Diorama als einheitliche, freie landschaftlicheAnlagen mit weiten Durchsichten.

Da alte schöne Baumpartien auf dem Gelände fehlten, so waren die ausgestellten immergrünenund die schönblühenden Pflanzen das einzige Material, mit dem reizvolle Szenerien geschaffenwerden konnten. Diese Pflanzen traten deshalb nicht allein als Ausstellungsobjekte, sondern auchin ihrer dekorativen Verwendung auf dieser Ausstellung besonders in die Erscheinung.

Die größten Effekte bei der Verwendung einzelner Arten,die Gegensätze der Farben und desAussehens", werden aber in der freien Natur erst bei der Massenwirkung offenbar; hierauf wurdebeim Gesamtarrangement besondere Rücksicht genommen. Zunächst wurde mit den immer-grünen Koniferen ein dunkler Hintergrund geschaffen und dann die schönblühenden Arten ingroßen Mengen davor in freier Anordnung gepflanzt, dadurch erschienen auch die im Sommersonst ernst wirkenden Koniferen wiederum durch die Wechselwirkung mit den leuchtenden Blumenbesonders erfreuend und belebt.

Wenn die schönblühenden Pflanzen in größeren Massen einer Art in ungekünstelter Weisevor den immergrünen Pflanzen gruppiert werden, so ruft eine solche Pflanzenanordnung einendem natürlichen Vorkommen weit mehr angepaßten und selbstverständlicheren Eindruck hervor,als wenn sie in manierierten teppichartigen Beeten arrangiert werden, bei denen die Eigenart derPflanzen und Blumen fast gar nicht mehr, sondern nur die Farbe und die Zeichnung des Beeteshauptsächlich zur Geltung gelangt, während es doch viel mehr Aufgabe sein sollte, jedePflanzenart in dem ihr eigenen natürlichen Aussehen zur Geltung zu bringen. Um nun dieeinzelnen Farben der Blumengruppen möglichst zu steigern, wurden nicht verschiedene Abtönungeneiner Farbe in eine Zusammenstellung gebracht, bei der die leuchtendste der Abtönungen diematteren benachteiligten konnte, sondern Weiß, Blau, Rot und Gelb direkt gegeneinander gestellt.Nach diesen Grundsätzen ist die Ausstellung der dekorativen Pflanzen auf dem freien Geländearrangiert worden. Dadurch machten denn auch die Anlagen, welche sonst allen landschaftlichenSchmuck entbehrten, schließlichtrotz der Schwierigkeiten des Ge-ländes doch noch einen stimmungs-vollen Eindruck.

Alle anderen nicht den ganzenSommer über gleich dekorativwirkenden Pflanzen, wie Rosen,Obstbäume, Alleebäume etc. warenin für sich abgeschlossene Partienzusammengestellt, um die notwen-digen Vergleiche und Prüfungenbesser anstellen zu können.

Große Gartenbauausstellungen,die für die Zeitdauer eines ganzenSommers geplant sind, habeneinen anderen Zweck als alljähr-lich nur kurze Zeit Stattfindende, Teppichbeet von Gebr. Siesmeyer, Frankfurt a. M.