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DIORAMA
jahrhundertelanger, beschaulicher Zurück-gezogenheit hinter Klostermauern wiederneue Blüten trieb, erhielten die altenrömischen Vorbilder neues Leben. DiePrachtliebe der weltbeherrschenden Römerhatte sich die Erfahrung der asiatischen,griechischen und arabischen Künstler zu-nutze gemacht und die Gartenkunst aufeine Höhe gehoben, die sich noch behauptete,als die übrigen Künste bereits dem Verfallentgegengingen. Sie wußten sie ihrenLebensgewohnheiten und ihrer Vorliebefür weite Fernsichten anzupassen. Breitangelegte, mit Statuen bestellte Alleenboten schattige Spaziergänge, und wohlge-pflegter Rasen trat an die Stelle der orien-talischen Farnkräuter. Charakteristisch fürden italienischen Garten ist das Bestreben,ihn mit der Villa als ein zusammenhängen-des Kunstwerk aufzufassen, so daß dieLinien der Architektur sich in den Gartenhinein fortsetzen und die Alleen mit ihrdurch Terrassen, Balustraden, Kaskaden,Springbrunnen und andere bauliche Anlagenzusammenklingen. Eine solche Anlagezeigte das Diorama von Dücker und Schill.Vor dem Schloßbau dehnte sich eine weite,mit Wasserkünsten und Blumen reich be-setzte Allee aus. Seitenwege führten in denvon hohen Mauern begrenzten Park,und Ruhe-bänke unter den schattigen, hohen Zypressenluden zu träumerischem Vergessen ein.
Es folgte der Flandrische Gartenvon Eugen Kampf. Aus dem Fenstereines Nebenhauses blickte man in eine Art Bauerngarten mit blühenden Stockrosen und Sonnenblumen,darüber hinweg in einen Herrschaftsgarten, in dem Neuzeitliches und Überkommenes den eigenenReiz historischer Stilmischung ausübten.Auch in der im Hintergrunde sich er-hebenden flandrischen Stadt waren Reminis-zenzen aus vergangenen Stilepochen zugenießen, wie sie in belgischen und hollän-dischen Städten noch vielfach vorkommen.Eine Taxushecke mit dem charakteristischenblauen Törchen trennte die beiden Gärten,durch die eine Frau in der heute nochbeliebten Tracht wandelte. Eugen Kampf,der Maler der flandrischen Küstenland-schaft, gab uns in dem reizvollen Bildeeine vorzügliche Charakteristik der in derEigenart der Flachlandschaft wurzelndenflandrischen Gartenkunst.
Weiter überraschte uns der Franzö-sische Garten von Ernst Hardt undWilhelm Hambüchen. Die Künstlerhatten sich als typisches Beispiel für ihnden Garten von Versailles zum Vorbildgenommen. Der französische Garten ent-wickelte sich aus dem italienischen und
ist, wie er, Streng regelmäßig, obschon er Ernst Hardt und Wilhelm Hambüchen Französischer Garten
Georg Hacker
Arabischer Garten