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DIORAMA
holländische gehören, und den unregel-mäßigen oder natürlichen Gartenstil, zudem der chinesische und englische Gartenund, als ein Produkt beider Gattungen, derdeutsche Garten zählen. In der logischenEntwicklung dieser Stilarten haben wirdemnach keine zufällig entstandenen Kunst-weisen zu erblicken, sondern die Wieder-spiegelung verschiedenartiger, in demWesen der Völker begründeter Kulturaus-flüsse. Einen Überblick über die charakte-ristischen Typen wollten die Künstler derDioramen nach einer Grundidee desProfessors Fritz Roeber in einem demErnste der Veranstaltung würdigen Rahmenund in vollendeten Nachbildungen geben.Der herrliche Bau von den ArchitektenProfessor Adolf Schill und Professor JosefKleesattel in Düsseldorf in griechischemStil erbaut, war so angeordnet, daß in derMitte das Dioramengebäude lag, währendsich zur Rechten und Linken die Er-frischungsräume anschlössen.
Der ganzen Veranstaltung lag als leiten-der Gedanke die Idee einer Huldigung derMutter Erde, der Urheberin des Segens,die von den Griechen in der mütterlichenErdgöttin Demeter personifiziert wurde,zugrunde. Ihr sollte der Tempel geweihtsein, und ihre Gaben, in ein künstlerischesGewand gekleidet, sollten ihr zu Füßengelegt werden. Das Bild der Göttin, einevom Bildhauer A. Simatschek modellierteKolossalstatue, hatte an der bevorzugtestenStelle im Innern des säulenumgebenenHofes Aufstellung gefunden. Auch der von demselben Künstler ausgeführte Schmuck der Giebel-felder folgte in der symbolischen Darstellung der Fruchtbarkeit der Erde und ihrer Vegetation diesemGedanken, und ebenso hatte er in dem, nach antiken Vasenbildern vom Maler Carl Hemmingkomponierten und gemalten Festzuge, der sich an den Wänden des Umganges entlang dem Bildeder Göttin nahte, Ausdruck gefunden.
Wenn wir durch den auf schlanken, jonischen Säulen ruhenden Portalbau in das Innere desTempels eintraten, befanden wir uns zunächst in einer Vorhalle, aus der der Weg sowohl in denMittelhof als auch in die Dioramen und durch die an den Seiten gelegenen Apsiden in die Erfrischungs-räume mhrte. Die Reihenfolge der Dioramen war so angeordnet, daß sie im großen und ganzender geschichtlichen Entwicklung Rechnung trug.
In der mit Vorhängen abgeschlossenen, in Halbdunkel getauchten Dioramengalerie erblickten wirzunächst den Garten Eden von Adolf Lins. Die Phantasie des Künstlers hatte in diesem Kabinettein reizvolles Bild des mythischen Paradieses geschaffen, das nach dem i. Buch Moses, i. Kapitel,Jahwe den ersten Menschen als Aufenthaltsort angewiesen hat. Durch die berankte Felsengrottewurde der Blick in eine von üppiger Vegetation überquellende Landschaft gelenkt. Von hohenFelsenmassen stürzte eine gewaltige Kaskade herab, deren langsam verlaufende Wasser sich zueinem See sammelten. Unter dem verhängnisvollen Apfelbaume stand das erste Menschenpaar,Adam in sehnsüchtigem Bewundern die Arme zum Himmel gehoben. Wundervolle Durchblickenach den Seiten in die von allerhand friedlich lagerndem Getier belebte Landschaft boten ent-zückende Bilder stillen Waldfriedens und gigantischer Felsformationen.
Dem Garten Eden schloß sich an der Assyrische Garten von Georg Hacker. Für die assyrischenGärten ist, wie für die orientalischen überhaupt, das Bestreben charakteristisch, durch große Aus-dehnung und durch mächtige, breit und wuchtig gelagerte Bauwerke sowie durch besondere Pracht-entfaltung zu wirken. Dichte Bäume an den ausgedehnten Wegen spenden erquickenden Schatten,
Adolf Lins
Der Garten Eden
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