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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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KUNSTHISTORISCHE AUSSTELLUNG

im Westchor von Knechtsteden, inder Unterkirche von Schwarzrhein-dorf, im Kapitelsaal zu Brauweiler.Und fast unabsehbar ist der Reich-tum im 13. Jahrhundert: Bacharach,Bonn, Trier, Linz, Boppard, Ander-nach, Limburg, Nideggen haben hierganze Systeme der farbigen Dekora-tion oder einzelne Bilderfolgen auf-bewahrt. Vor allem sind es dieCölner Kirchen, die eine reicheErnte bieten: St. Gereon, St. MariaLyskirchen, St. Pantaleon, St. Kuni-bert. Hier entwickelt sich ein Stilvon hoher Monumentalität, aber voneiner merkwürdigen Unruhe in derGewandbehandlung, in eckig ge-bauschten, gebrochenen Falten undin zipfeligen, gezackten, flatterndenUmrissen bauen sich diese Mantel-figuren auf.

Westfalen hat eine ganz ähnlicheEntwicklung aufzuweisen. Den frühenStil, den Stil der zweiten Hälfte des12. Jahrhunderts vergegenwärtigenhier die Malereien in der Hauptapsisvon St. Patroklus in Soest, die einestarre und feierliche Ruhe atmen.Die Malereien in Lügde und in Methlerführen dann zu jenem ausgebildetenfreien bewegten Stile hinüber, dessenHauptwerke die Malereien in derKirche St. Maria zur Höhe in Soestdarstellen. In diese Zeit fallen auchdie ältesten Tafelmalereien. Die Aus-stellung brachte das früheste Werkunter diesen, das aus der Walburgis-kirche in Soest stammende Ante-pendium aus dem Kunstverein zuMünster. Jener seltsam verwickelte unruhige Stil der späteren Wandmalereien aus Soest und Cöln,wie er sich in der einen Berliner Tafel aus der Marienkirche zur Wiese in Soest und in einer ganzverwandten Tafel der Sammlung Carrand im Bargello zeigt, konnte nur durch Bilderhandschriftenvorgeführt werden.

Erst am Ende des 13. Jahrhunderts bringt die französische Gothik ganz neue freiere Ausdrucks-formen, ein den älteren Meistern noch unbekanntes Gefühl für Grazie und Bewegung und in denschlanken, feingliedrigen, elastischen Gestalten auch einen ganz neuen Formenkanon. In den Wand-gemälden der Abteikirche zu Brauweiler, der Kapelle zu Ramersdorf bereitet sich dieser Stil vor,in den Malereien im Chor von St. Cäcilia zu Cöln, in den Seitenschiffen von St. Andreas zu Cölntritt er schon ausgebildet und voll ausgewachsen auf; und derselbe Stil äußert sich nun auch inden Gradualien des Johannes von Valkenburg in Cöln und Bonn vom Jahre 1299 und in den Hand-schriften, die um dieselbe Zeit für den Metzer Bischof Reinald von Bar ausgeführt wurden.

Die nächste wichtige Etappe stellen am Niederrhein die Wandmalereien an den Chorschrankendes Cölner Domes dar, die unter dem Erzbischof Wilhelm von Gennep zum Beginn der zweitenHälfte des Jahrhunderts entstanden sind. Die langen Bilderfolgen mit den am Fuße hinlaufendenpredellenartigen Friesen gleichen sowohl in der technischen Ausführung als in der Art der Kompositionund der Flächenbehandlung viel mehr Tafelbildern als Wanddekorationen, und sie reihen sich des-halb auch wie selbstverständlich in die Geschichte der Tafelmalerei ein.

In der niederrheinischen Kunst steht für die älteste Zeit die Gruppe der an die freilich sehrlegendäre Figur des Meisters Wilhelm von Cöln angeschlossenen Gemälde im Mittelpunkt des

Conrad Witz, St Katharinaund St. Maria Magdalena

Strassburg,Museum