INTERNATIONALE KUNSTAUSSTELLUNG
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Franz von LenbachBildnis der Gräfin Leonie Wedel
von Walter Püttner, das auf dem ihm angewiesenen Platzebezaubernd wirkte. Auch Weise's „Dame mit Hund" warein fein gestimmtes Werk, dem gegenüber die Porträts vonFritz Erler doch noch einen Mangel an sorgsamer tonigerVerarbeitung merken ließen.
Den Saal der Luitpoldgruppe beherrschte quantitativ KarlMarr, der sich diesmal recht modern gegeben und sich „Imstillen Winkel" mit den glühend roten Strahlen der unter-gehenden Sonne gewaltig ins Zeug gelegt hatte. WalterFirles nüchterne „Genesung" hatte das ungeahnte Glück, daßsie für die Düsseldorfer Städtische Galerie angekauft wurde, —und dicht daneben hing ein frisches Bild von Hans Bartels!Georg Schuster-Woldan hatte in seiner „Phantasie zumhl. Dreikönigsabend" echte Märchenstimmung mit poetisch-humorvollen Klängen zu verquicken gewußt, wogegen Meyer-Frankens „Verlorner Sohn" recht konventionell anmutete.Lietzmann stellte im „Olivenwald" einen nackten Jünglinggegen einen dunklen Stier und ließ mit Geschick einigeSonnenstrahlen auf seinem Körper spielen. Neben einigen gutenPorträts von Karl Marr, Karl Bios, Walter Thor undAdolf Heller, der aber in der Farbe nicht recht erfreulichwar, verdienten besonders die Landschafter Beachtung, nament-lich Franz Hoch mit seiner wundervoll gestimmten „Dorf-straße bei Abend". Auch Fritz Baer und Benno Beckerhatten schöne, warme Stücke ausgestellt; auf Otto Ubbe-
lohdes hessischer Landschaft wirkte die Luft zu kulissenartig. Von Kunz Meyer verdiente einkleines bescheidenes Interieur, das freilich etwas nüchtern schien, Beachtung. Im Saale der
Münchener Sezession prangte an hervor-ragender Stelle Stucks Selbstporträt, aufdem er sich und seine Frau verewigt hat,ein ebensoviel bewundertes wie bezweifeltesKunstwerk, das nach seinen vielfachenWanderungen nun eine dauernde Stätte imCölner Walraff-Richartz-Museum gefunden hat.Weniger geteilten Beifall fand das lebensgroßePorträt einer Dame zu Pferde von AngeloJank, das wegen der Natürlichkeit der Hal-tung und Feinheit des Tones außerordentlichsympathisch berührte. Auch Hans vonHayeks stämmige Karrengäule fanden An-klang, während Hierl-Deroncos bekannter„Liebesgarten" nicht den Beifall hatte, der1902 seinem „Fandango" gespendet wurde.Habermann und Samberger waren in ihrerbekannten Art vertreten, ganz vorzüglichaber Rudolf Nissl mit einem hellen, köst-lichen Bilde, das einen gedeckten Tischwiedergab. „Tauschnee" nannte AdolfHölzel eine der besten malerischen Lei-stungen des Saales, eine Impression, in derklargesehene wahre Töne steckten; Leh-mann hielt, abgesehen von der etwaslyrischen Stimmung, die leichte Beweglich-keit der „Abendwolken" fest und Schramm-Zittau gab diesmal große Kühe, ein Feld,das er sich noch erobern muß. Recht gutin den Flecken war Adalbert NiemeyersInterieur mit einem jungen Paare an weiß-Robert Weise Dame mit Hund gedecktem Tische und ebenso frisch ein