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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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INTERNATIONALE KUNSTAUSSTELLUNG

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Louis Corinth

Porträt Peter Hille

sein, die Beschickung der zukünftigen Düsseldorfer Ausstellungenso leicht zu nehmen, wie es im Jahre 1904 der Fall gewesen ist.Man bedenke doch, daß Düsseldorf den Mittelpunkt des bevöl-kertsten Teiles der Monarchie bildet und daß hier finanzielleErgebnisse gezeitigt worden sind, wie sie erfreulicher kaumjemals auf anderen Kunstausstellungen vorgekommen sein dürften.Der Düsseldorfer Künstlerschaft konnte diese - Zurückhaltungselbstverständlich nur erwünscht kommen, weil dadurch ihreimmerhin bedeutenden Anstrengungen in noch stärkere Beleuch-tung gesetzt wurden. Der Reichshauptstadt war es vorbehalten,auf der im übrigen sonst durchaus ernsten und achtungerzwingen-den Veranstaltung einen Jahrmarktswinkel einzurichten und dasneben den Räumen, aus denen die geweihte Luft des Gottes-gnadentums frisch herüberwehte. Wie man es wagen konnte,zwischen zwei Sälen, in denen die Werke Adolf von Menzelsprangten, eine Trödelbudemit den handwerklichenErzeugnissen einer unter-gegangenen Welt zu füllenund Familienblattliteraturauszulegen, erscheint ebensounbegreiflich wie für das Re-nommee der Stadt der Intel-ligenz beklagenswert. Außereinem tüchtigen Vierund-zwanzigender von Richard

Friese, einem Seestück von Hans Bohrdt, den Stilleben

der Damen Hedwig Hausmann-Hoppe und Clara Gold-mann und allenfalls noch der sudanesischen Figurenbilder

von Max Rabes und der manierierten, aber doch vornehmen

Porträts von Hanns Fechner wüßte ich aus dem Saale der

Berliner Kunstgenossenschaft nichts anzuführen, was

des längeren Verweilens wert gewesen wäre. Auch der

Berliner Sezession brachte man hier nicht das Verständnis

entgegen, das sie mit ihren reformatischen Absichten erwartet

hatte und wohl auch erwarten konnte. An dem Guten, das

die Bilder Liebermanns boten, von denen besondersDie

Bleiche" warme Anerkennung fand, ging das Publikum achtlos

vorüber, um an den Werken eines Max Slevogt und Louis

Corinth seinen billigen Witz zu erproben. Diese Bilder

hatten das Geschick, mehr aufzufallen, als zu gefallen. Bei

allem Respekt vor dem immensen technischen Können und

der glanzvollen Koloristik kam man hier über den Mangel

an ästhetischem Gehalt, den ihre Verfasser ja mit Bewußt-sein zu negieren scheinen, nicht hinweg. Slevogt hatte ein

neues WerkDer Ritter" ausgestellt, während Louis Corinth

drei Bilder,Odysseus kämpft mit dem Bettler Iros",Perseus

und Andromeda" und das Porträt des verstorbenen Dichters

Peter Hille brachte. Letzterem war ein tiefer sittlicher Ernst

nicht abzusprechen, während bei den übrigen Bildern das

Interesse für die farbige Behandlung vorwog.

Leistikow zeigt etwas Kränkelndes, Ungesundes in seinen

Landschaften; das trat wieder einmal bei seinem märkischen

See in Abendbeleuchtung in die Erscheinung. Ludwig von

Hof mann hatte ein paar leidlich gut gemalte Akte auf eine

grüne Wiese gesetzt, und ein sehr gutes Porträt, dessen

weise Zurückhaltung man auch dem jungen Kardorff

wünschen möchte, hatte Reinhard Lepsius geschaffen.

Joseph Block stellte eins der im Tone angenehmsten Bilder Nicolaus Friedrich Brunnenfigur