VERTEILUNG DER ARBEITEN
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Nachdem festgelegt war, was an gedeckten Hallen geliefert werden konnte, wurden von Seideldas Programm für die Internationale Friihjahrsausstellung, von Beyrodt für die Orchideenausstel-lung ausgearbeitet, in Druck gelegt und in 15 000, beziehungsweise 6000 Exemplaren an die Inter-essenten verschickt. Der Leiter der Obst- und Gemüseausstellungen, Freiherr von Solemacher,entwarf die Programme für die verschiedenen geplanten Ausstellungen dieser Art; wenn auch dieKontrolle für die Drucklegung und Versendung vom Obstbauinspektor H. Schulz aus Bonn besorgtwurde, hatte doch die Ausführungsarbeiten das Gartenbaubureau. Zur Versendung von 15000 Obst-und Gemüseprogrammen kam auch die Verschickung von etwa 5000 Programmen für die Binde-kunstausstellungen, die Olbertz ausgearbeitet und außerdem durch seine Zeitschrift verbreitet hatte.Durch die Versendung so vieler Programme und Anmeldebogen häufte sich die Korrespondenz;zudem mußte das Gartenbaubureau in ständiger Fühlung mit den auswärtigen Leitern sein. Eswaren darum im Spätherbst 1903 für die Erledigung der Arbeiten sechs weitere Hilfskräfte angestellt,die zumeist aus den für das Gelände angestellten Gärtnergehilfen genommen werden konnten. Auchdas reichte nicht; es mußten vom Gartenbaubureau ferner die gesamte Korrespondenz für die Ver-teilung der Stecklingspflanzen an die Schulkinder, für die Ausstellung der Städte, für das vonProfessor Hoffmann in Aussicht genommene Sammelwerk erledigt werden. Es waren darum vonFebruar 1904 unter Gartenarchitekt Keerl 4 Gartentechniker, 1 Korrespondent, 1 Schreibdame und3 Hilfstechniker tätig und blieben bis kurz nach Schluß der Ausstellung im Gartenbaubureau beschäftigt.Denn, während bei anderen Ausstellungen nach ihrer Eröffnung eine ruhigere Zeit eintritt, wurdenbei der großen Gartenbauausstellung durch die stets wechselnden Sonderausstellungen die Anforderungenan die Arbeitsleistungen der einzelnen Angestellten eher größer als kleiner; ganz besonders häuftesich die Arbeit in der Zeit vom 1. September bis 23. Oktober, als die großen Veranstaltungen sehrschnell aufeinander folgten.
Am 15. November wurde ein Teil der Angestellten entlassen, am 1. Januar der Rest; nur Garten-architekt Keerl blieb bis zum Schluß, um die Versendung der durch die verschiedenen Preisgerichtezuerkannten Preismedaillen und Diplome für mehr als 1000 Aassteller zu erledigen.
Obgleich sehr oft ganz außerordentliche Anforderungen an das Gartenbaubureau gestellt wordensind, konnten doch alle mündlichen Anfragen und Arbeiten prompt erledigt werden, dank derOrganisation in der Arbeitsteilung und der Einrichtung der Registraturen. Die gesamte Korrespondenzdes Gartenbaubureaus war nach den einzelnen Sonderausstellungen geordnet, ebenso sämtlicheAnmeldungen. Durch das Bureau gingen an 5600 Schriftstücke ein, gingen etwa 15000 Schrift-stücke aus, abgesehen von der viel größeren Zahl, die durch die auswärtigen Leiter direkt erledigtwurden und denen, die durch die Geschäftsstelle ihre Austragung finden mußten.
Hatte Obstbauinspektor Schulz alle Vorarbeiten und die Ausführung der Obst- und Gemüse-ausstellungen zu besorgen, Gartenarchitekt Keerl alle auf die anderen Ausstellungen des Gartenbauesbezüglichen Arbeiten auszuführen, so war dem städtischen Obergärtner Piel die große Aufgabezugefallen, das Gelände für die Zwecke der Gartenbauausstellung und den nach Jahreszeit wechselndenGestaltungen herzustellen, die einlangenden Pflanzen zu verteilen und für die Pflege besorgt zu sein.
Das Gelände der Gartenbau-Ausstellung 1904 umfaßte rund 90 Morgen. Davon entfielen 50000 qmauf Anlagefläche, der Rest auf Gebäude, Wege und Platzfläche. Nachdem anfangs Juli 1903 vonGarteningenieur Jürgens aus Hamburg der Plan für die Gartenbau-Ausstellung in großen Zügenausgearbeitet war, konnten am 5. Juli die Arbeiten zur Herstellung der Gartenanlagen in Angriffgenommen werden.
Das Gelände sah um diese Zeit, nach dem Abbruch der Industrie- und Gewerbe-Ausstellung 1902,recht öde und verwüstet aus; es war für den Landschaftsgärtner keine leichte Aufgabe, in derverhältnismäßig kurzen Zeit von zehn Monaten aus dieser Abbruchstelle eine Gartenanlage zu schaffen.
Die Hauptschwierigkeit bei der Herstellung der Gartenanlage war die Beschaffung des nötigenMutterbodens. Wenn auch die Stadt Düsseldorf in Anbetracht, daß später auf dem Gelände derKaiser Wilhelmpark angelegt werden sollte, sich bereit erklärte, gooo cbm Mutterboden zu liefern,so reichte doch dieses Quantum bei weitem nicht aus; es mußten noch weitere 25 bis 30000 cbmBoden auf Kosten der Ausstellung beschafft werden, wozu teils größere Bodenmassen auf demGelände, welche noch von den Gartenanlagen der Ausstellung igo2 herrührten, verwendet werdenkonnten, teils Zufuhren von Mutterboden nötig waren.
Da voraussichtlich während der Ausstellung eine Menge Rasen für den Wechsel in den Pflanzen-hallen erforderlich war, mußte schon zeitig nach einer passenden Fläche zur Gewinnung von Stech-rasen Umschau gehalten werden. Die Stadt Düsseldorf stellte ein Grundstück von 10 000 qm aufdem Cleverplatz zur Verfügung; es wurde im Juni igo3 zur Rasengewinnung angelegt. Diese Ein-richtung hat sich vorzüglich bewährt; der letzte Stechrasen von diesem Grundstück ist zur Schluß-ausstellung am 20. Oktober verwendet worden.