VERTEILUNG DER ARBEITEN
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Hoemann, Kunst- und Handelsgärtner Orths und Hofkunstgärtner Carl Wolf gedenken, die nichtbloß ihre Erfahrungen zur Verfügung stellten, sondern auch in den schwierigsten Zeiten, wenn esan Pflanzen zur Schau fehlte, wie namentlich bei der großen Dürre des Sommers und gegen denSchluß der Ausstellung, rasch eingesprungen sind. Auch der Handelsgärtner W. Stoffregen ausDortmund ist zu diesen besonderen Förderern der Ausstellung zu rechnen, da die Ausstellungsleitungniemals eine Fehlbitte tat, wenn sie seine dekorativen Pflanzen zu Dekorationszwecken verwendenwollte, eine Bereitwilligkeit, die auch einige andere Gärtner hatten, obgleich sie dem Gartenbau-Ausschusse nicht angehörten. Die Zahl der Sitzungen, die dieser engere Gartenbau-Ausschuß hatte,war eine ungleich größere, als die des oben erwähnten Haupt-Ausschusses.
Viermal, am 29. Mai, am 5. Juli, am 10. November 1903 und am 25. Januar 1904, fanden im Park-Hotel große Sitzungen eines erweiterten Gartenbau-Ausschusses statt, zu denen auch die Kommissareder Bundesstaaten, die Leiter der Gartenbau-Ausstellungen, Komiteemitglieder aus dem Auslandeeingeladen waren. In diesen erweiterten Ausschuß-Sitzungen wurden der Lageplan, die Ausgestaltungder Hallen, die Übernahme der Kosten der Einlieferung auf die Ausstellungskasse und wichtigeBestimmungen für das Preisgericht vorgelegt. Zu diesen Sitzungen hat auch der Verein der Handels-gärtner Deutschlands seinen ersten Vorsitzenden Bluth aus Berlin hierher gesandt.
Hier wurden auch die Termine für die verschiedenen Sonderausstellungen festgestellt, die aller-dings im Laufe der Zeit, durch Witterungsverhältnisse und andere Umstände veranlaßt, einigeÄnderungen erfuhren.
Die Versammlungen des erweiterten Ausschusses gaben auch mannigfache Anregungen. So wurdedie Veranstaltung einer wissenschaftlichen Abteilung beschlossen. Professor Noll aus Bonn erklärtesich bereit, diese Abteilung durchzuführen. Weiter wurde eine Schulabteilung angeregt, deren Durch-führung Professor Wortmann, Direktor der Königlichen Obstbauschule in Geisenheim, übernahm.Ferner wurde die Herausgabe eines Werkes: „Hygienische und soziale Betätigung deutscher Städteauf den Gebieten des Gartenbaus" beschlossen, für dessen Herausgabe sich Professor Dr. AugustHoffmann bereit finden ließ. Es wurde auf Anregung des Professors Esser, Direktor des Bota-nischen Gartens in Cöln, die Verteilung von Stecklingspflanzen an Kinder und die Prämiierung dergepflegten Pflanzen auf dem Ausstellungsgelände beschlossen, was zu dem schönen, am 30. Julistattgefundenen Kinderfest führte. Es war die Durchführung von Schrebergärten angeordnet wordenund so manches andere. So wurde auch die Frage zur Austragung gebracht, wie weit Pflanzenzur Ausstellung zugelassen werden sollen, die nicht aus eigener Kultur stammten, und zwischenden Interessen der eigentlichen Züchter und der Handelsgärtner der vermittelnde Ausgleich gesuchtund gefunden.
Das Gartenbaubureau wurde am 15. Mai 1903 eingerichtet und Gartenarchitekt H. F. Keerl zurErledigung der geschäftlichen Arbeiten angestellt.
Zunächst mußte, um Propaganda in den Fachkreisen des In- und Auslandes für das Unternehmenzu machen, der Aufruf mit einem vorläufigen Anmeldebogen an möglichst viele Gartenbauvereineund Gärtner versandt werden. Die Adressen dazu wurden aus gärtnerischen Adreßbüchern unddem Hesdörfferschen Gartenbaukalender gesammelt. Daran schloß sich, in Gemeinschaft mit Fried-hofsinspektor Kittel die Bearbeitung eines allgemeinen Programms, das der Gartenbau-Ausschußam 29. Mai genehmigte. Dieses Programm wurde in 80 000 Exemplaren als Beilage zu den haupt-sächlichsten Gartenbauzeitungen Deutschlands verbreitet, wogegen 20 000 Exemplare mit einemAnschreiben, den Ausstellungsbestimmungen und dem endgiltigen Anmeldebogen wie den Aufrufdurch das Gartenbaubureau an die wichtigsten Gartenbauvereine und die größten Gärtner verschicktwurde. Sie wurden sorgfältig ausgewählt, diese Versendung in den Monaten Juni, Juli und August1903 vorgenommen. Für Frankreich und England wurden die Drucksachen in die Landessprachenübersetzt und in je 1000 Exemplaren an die Adressen geschickt, die von den Komiteemitgliedernder betreffenden Länder aufgegeben worden waren.
Inzwischen war im Juni der Lageplan von Garteningenieur Jürgens in seinen Grundzügen fest-gelegt und im Bureau ausgearbeitet worden, der in der Sitzung des erweiterten Gartenbau-Ausschussesam 5. Juli im Beisein der auswärtigen Mitarbeiter vorgelegt und genehmigt werden konnte. Durchdie bereits einlaufenden Anmeldungen waren im Lageplan wiederholt Umänderungen und Erweite-rungen vorgenommen worden, so daß fast jeden Monat die Anfertigung eines neuen Lageplanes not-wendig wurde. Ende September hatte Jürgens mit der Platzverteilung im Freien begonnen. Dieimmer zahlreicher einlaufenden Anmeldungen für Koniferen, Rosen, Laub- und Ziergehölze, Obst-bäume und Obststräucher sowie Stauden erforderten eine mehrfache Vergrößerung des Geländes,das im Oktober 1903 für die Gartenbau-Ausstellung im Freien ohne Vergnügungspark annähernd90 Morgen umfaßte. Das Gartenbaubureau konnte nun zur Ausarbeitung des endgiltigen Lageplanesgehen, der vervielfältigt wurde.