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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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VERTEILUNG DER ARBEITEN

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es dem Ausschuß darauf ankommen, einen möglichst großen Kreis von Fachgenossen und Kunst-freunden persönlich für dieses ideale Unternehmen zu erwärmen und sich ihrer Mithilfe zu ver-sichern. Wie schon im Jahre 1902, so ward auch diesmal ein großer Vorstand eingesetzt, aus ins-gesamt 50 Personen bestehend, in dem die ersten Kunstgelehrten, zumal aus Westdeutschland, allewestdeutschen Museumsdirektoren und neben ihnen eine Reihe weiterer Vorstände großer deutscherund ausländischer Sammlungen vertreten waren. Außerdem aber beschloß die Gesamtausstellung,einen Ehrenvorstand für diese Sonderausstellung einzusetzen, um auf diese Weise die hervor-ragendsten Behörden des Staates und der Kirche, soweit sie nicht etwa schon in dem Ehren-Ausschuß der Gesamtausstellung vertreten waren, und vor allem auch die vornehmsten Namenunter den Hütern alten und neuen Kunstbesitzes im westlichen Deutschland mit der Ausstellung zuverknüpfen. Dem Zusammenwirken dieses Ehren-Vorstandes, an dessen Spitze der Herzog vonArenberg stand, ist ein großer Teil des reichen Erfolges zu danken.

Die nächste wissenschaftliche Arbeit zur Vorbereitung der Ausstellung erfolgte durch das Mit-glied des Arbeits-Ausschusses Dr. Firmenich-Richartz, einen hervorragenden Kenner zumal derälteren niederländischen und niederrheinischen Malerei, der seine ganze Kraft jetzt in den Dienstdes Unternehmens stellte. Dr. Firmenich-Richartz arbeitete eine vorläufige Liste von Bildernaus, auf deren Erwerb der Arbeits-Ausschuß nun vor allem sein Augenmerk richtete, und spürte aufausgedehnten Reisen in den Rheinlanden bis nach Basel hin und in Westfalen dem weniger be-kannten Gemäldebesitz nach. Zur Anwerbung der größeren Sammlungen, zumal der geschlossenenKollektionen des In- und Auslandes, waren umfangreiche Verhandlungen, zumeist persönlicher Art,notwendig, die in erster Linie von dem Vorsitzenden, Professor Clemen, geführt wurden. Aufwiederholten Reisen wurden von ihm und von Dr. Firmenich-Richartz die Zusagen für dieBeschaffung des Gemäldebestandes erwirkt. Sowohl der hohe Protektor der Ausstellung, SeineKaiserliche Hoheit der Kronprinz, wie Seine Königliche Hoheit der Prinz Eitel Friedrich verwandtensich schriftlich und mündlich wiederholt für die Ausstellung, zumal bei den Bundesfürsten und denhöchsten Standesherren. Um die westfälischen Kunstwerke hat sich, wie im Jahr 1902, der Provinzial-konservator der Provinz Westfalen, Baurat Ludorff, besondere Verdienste erworben, neben ihmder Vorsitzende des Westfälischen Kunstvereins, Rittmeister von zur Mühlen in Münster, und GrafPaul Merveldt. Um die Berliner, wie um große einzelne ausländische Sammlungen hatte sichDr. Max Friedländer, Direktorialassistent an der Königlichen Gemäldegalerie Berlin, in der liebens-würdigsten Weise bemüht.

Umfängliche Vorsichtsmaßregeln waren weiterhin nötig, um die Sicherheit der unschätzbarenStücke in Düsseldorf, wie auf dem Transport zu garantieren. Die Ausstellung hatte mit Rücksichtauf die unschätzbaren Werte zu den vollen deklarierten Summen die gesamten Kunstwerke sowohlauf dem Hin- wie auf dem Rücktransport versichert. Für einzelne Sammlungen wurden nochbesondere Versicherungsakte mit weitergehenden Garantien auch während des Aufenthaltes inDüsseldorf getätigt. Ebenso war die ganze Sammlung zum vollen Werte gegen Feuer versichert.Außerdem aber waren natürlich alle erdenklichen Vorsichtsmaßregeln getroffen, um jede Beschädigungunmöglich zu machen. Diese weitgehende Versicherung hat freilich ganz außerordentliche Opferverlangt. Nicht weniger als 70 000 M. sind hierfür aufgewendet worden. Die Ausstellung hataber geglaubt, dieses Opfer bringen zu sollen, um gegenüber dem liberalen Entgegenkommen derBesitzer auch ihrerseits das Äußerste zu leisten, was hier an Vorsichtsmaßregeln möglich war.Um die Herrichtung der Räume und um die Verhandlungen wegen der Versicherung hat sich HerrDr. Board besonders verdient gemacht, der es auch während der ersten Sommermonate übernommenhatte, die Aufsicht in der Ausstellung zu führen. Vom August ab war zu seiner Entlastung derschon bei der Aufstellung mit hinzugezogene Dr. Richard Reiche eingestellt worden, der bisnach Schluß der Ausstellung in Düsseldorf verblieb. Der verantwortungsvolle amtliche Schrift-wechsel lag in den Händen des Schriftführers der Kunsthistorischen Ausstellung, Dr. Renards,der zugleich wieder, wie im Jahre 1902, die Einlieferung der Kunstwerke und die Aufstellung über-wachte. Bei den letzten Installationsarbeiten war fast der ganze Ausschuß gemeinsam tätig. DieVersendungsgeschäfte nach Schluß der Ausstellung erfolgten wiederum durch den Arbeits-Ausschuß,insbesondere durch Dr. Renard, Dr. Reiche und Dr. Board.

Die Königliche Staatsregierung wie die Provinzialverwaltungen von Rheinland und Westfalenhatten schon vor Beginn der Ausstellung erhebliche Mittel zur Verfügung gestellt, um eine Reiheder großen kirchlichen Altarwerke, die hier vereinigt waren, und die sich zum Teil in einemlamentablen Zustand befanden, bei dieser Gelegenheit instand zu setzen. Diese Arbeiten, die inder sorgfältigsten Weise durch die ersten Restauratoren der Rheinlande ausgeführt wurden, habensich noch monatelang hingezogen, so daß erst im Laufe des Winters die vollständige Erledigungmöglich war. Die Ausstellung konnte so zugleich auch der staatlichen und provinzialen Denkmal-pflege wichtige und hoffentlich für eine lange Frist nachwirkende Dienste leisten.