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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
Entstehung
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VERTEILUNG DER ARBEITEN

Rechtsanwalt W. Lohe stand nicht nur als juristischer Berater dem Vorsitzenden zur Seite,sondern übernahm auch das dornenvolle Amt eines Festordners, das bei einer großen Ausstellung,die von so hochstehenden Persönlichkeiten des In- und Auslandes besucht wurde, vollendeten Taktund größte Umsicht erforderte.

Direktor Frauberger, Herausgeber dieses Werkes, dem die Geschäftsführung der Ausstellungzugefallen war, übernahm die Leitung des Kassenwesens bis zum Abschluß der gesamten Abwicklung.

In den Vorstand wurden über die gerichtlich eingetragenen Personen hinaus mehrere Leiterwichtiger Abteilungen kooptiert. So Regierungsrat a. D. von Watjen, dessen Mitwirkung bei derAusgestaltung des Geländes der Gartenbau-Ausstellung überaus wertvoll war. Ihm fiel nach derErkrankung des Amtsgerichtsrats a. D. Dr. Marcus die Vertretung des Vorsitzenden im Gartenbau-Ausschusse zu. Ferner Garteningenieur Jürgens, der bei der Anlage von Gärten und Parksseine eigenen Wege geht, alle Wirkungen auf natürliche Weise zu erreichen sucht und ein ge-schworener Feind alles Gekünstelten und Gezierten ist und sich durch den großen Zug, der seinenSchöpfungen eigen ist, einen festbegründeten Ruf verschafft hat. Er übernahm die technischeLeitung der ganzen Gartenbau-Ausstellung und hat die von ihm übernommene Verpflichtung bis zumSchlüsse rastlos, opferfreudig und selbstlos unter Hintansetzung seiner eigenen Interessen durch-geführt. Jürgens entwarf außerdem den Plan für das Gelände, das durch seine Einförmigkeit größereSchwierigkeiten bot, und verwendete das ihm zur Verfügung gestellte überaus reiche Material derAussteller in der Art, wie es seine künstlerischen Ansichten verlangten. Neben dem Danke, dendie Ausstellung ihm schuldet, werden sicher seine Berufsgenossen mit berechtigtem Stolze ver-zeichnen, daß einer der Ihrigen eine solche Riesenaufgabe ehrenamtlich übernahm und in vollendeterWeise zu einem ruhmreichen Schlüsse brachte.

R. Seidel, der auf seinem Rittergute Grüngräbchen die Alpenrosenzucht in einer Vollkommen-heit entwickelte, die ihn in ganz Europa bekannt gemacht hat, übernahm mit und neben Jürgensdie Hallen, arbeitete die Spezialprogramme für die großen Ausstellungen im Frühjahr und im Herbstaus und vereinigte selbst eine märchenhafte Fülle von Alpenrosen und Azaleen zu einer Sonder-ausstellung. Seine umfassende Bildung, seine gewinnende, alle Schwierigkeiten besiegende Art,seine Verbindungen mit den bedeutendsten ausländischen Züchtern führten dazu, daß das von ihmUnternommene immer zu einem Höhepunkt der Ausstellung wurde.

Freiherr Arnold von Solemacher, der Kaiserliche Kammerherr und ehemalige Rittmeisterim Regiment Gardedukorps, von der frühesten Jugend an mit allen die Landwirtschaft und denGartenbau betreffenden Fragen betraut, hatte als rheinischer Standesherr den Vorsitz der SektionGartenbau und Obst der Rheinischen Landwirtschaftskammer übernommen. Durchdrungen von demGedanken, daß gerade in der Obstbaumzucht für Deutschland noch viel zu erreichen sei, studierteer auf seinen Reisen, namentlich in England und Frankreich, diese Materie und machte die Um-gebung seines Schlosses Namedy bei Andernach zu einer Musteranstalt für den Obstbau. Für dieAusstellung übernahm er die selbständige Leitung der sämtlichen Ausstellungen in Gemüse und Obstund führte sie sämtlich in geradezu glänzender Weise durch. Seine weitverzweigten Bekanntschaftenund seine Verbindungen mit den größten Obstzüchtern in fast allen europäischen Kulturstaatensicherten seinen Sonderausstellungen von Anfang an das größte Interesse. Deshalb entsandten auchverschiedene Staaten zu der großen internationalen Obstschau im Oktober eigene Kommissare. Dasvon ihm Geleistete wird nicht nur für den Augenblick Erfolg haben, sondern auf die Dauer reicheFrüchte tragen, und hat dem deutschen Obstbau in vielen Einzelheiten die richtigen Wege gewiesen.

Kommerzienrat Leiffmann, der Teilhaber des bekannten Bankhauses B. Simons & Co. inDüsseldorf, trat an die Spitze des Finanz-Ausschusses, in dem er die Vertreter anderer hiesiger großerBanken und erfahrene kaufmännische Persönlichkeiten vereinigte. Ihm ist es in erster Linie zudanken, daß die Ausstellung niemals finanzielle Schwierigkeiten gehabt hat und alle Geldfragen sichin glatter Weise erledigt haben.

Den Professoren Josef Kleesattel und Adolf Schill gebührt das Verdienst, durch ihre Ent-würfe und künstlerischen Ratschläge zur Verschönerung der Räume des Kunstpalastes, aber auchdes Ausstellungsgeländes beigetragen zu haben, indem sie die Entwürfe für die Umgestaltung desPavillons der Düsseldorfer Metallwarenfabrik in ein Hauptrestaurant, für die dekorative Ausgestaltungder großen Blumenhalle und der industriellen Abteilung, für die mit der Kollektivausstellung Düssel-dorfer Gärtner verbundenen Glashäuser usw. ehrenamtlich lieferten. In ganz hervorragender Weisetrat ihre große künstlerische Begabung bei dem Bau und der Ausgestaltung des Dioramas in dieErscheinung, dessen Innenhof mit zu dem Schönsten gehört, was in architektonischer und dekorativerBeziehung in neuester Zeit geleistet worden ist.

Neben diesen dem Vorstande angehörenden Personen zeichneten sich, was bei einem so großenUnternehmen ja selbstverständlich ist, noch eine Reihe von Persönlichkeiten durch ganz besondereArbeiten aus.