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VERLAUF DER AUSSTELLUNG
Einen der besten Söhne des bergischen Landes sehen wir auf diesem Wege treu an unserer Seite und heutehier an der Spitze unserer Tafelrunde. Sie alle wissen es, wen ich meine. Ich unterschätze keineswegs die hervor-ragenden Verdienste seiner hingebenden Mitarbeiter, huldigen wir doch auch ihnen, wenn wir ihrem Führer huldigen,unserm Fritz Roeber. Ihm und seinen Mitarbeitern gilt mein Hoch !
Die Hochrufe des Redners weckten ein lebhaftes Echo.
Professor Roeber dankte dem Vorredner. Alle diejenigen, die bei der Ausstellung mitgewirkt,fühlen sich mit mir so frei, wie ein Schuljunge, der mit einem guten Zeugnis in die Lehre geht.Es ist eine große Last von uns abgenommen. Der Redner dankte allen, die das große Werk unter-stützt. Die Staatsregierung, an der Spitze Herr Regierungspräsident Schreiber, habe die Arbeitwesentlich erleichtert, ebenso die Stadtverwaltung, an der Spitze Herr Oberbürgermeister Marx.Weiterhin dankte Redner in humorvoller Weise den Stiftern der Ehrenpreise und der Geldpreiseund den leitenden Männern des Vorstandes, den Herren Oberbürgermeister a. D. Haumann, DirektorFrauberger, Kommerzienrat Leiffmann, Rechtsanwalt Lohe, Regierungsrat a. D. von Wätjen,Beigeordneter Dr. Theiemann, ferner den Herren Gartenbaudirektor Jürgens-Hamburg, Eisenbahn-direktionspräsidentHöft,Provinzialsteuerdirektor Triest, den Herren Beyrodt-Berlin, Olbertz-Erfurt,Maler Volkhart, Professor Clemen, Freiherr von Solemacher, den Preisrichtern, der rheinisch-westfälischen Presse und allen anderen Mitwirkenden, die er nicht alle mit Namen nennen könne.Sein Hoch galt den Mitarbeitern.
Gartenbaudirektor Jürgens sprach Worte des Dankes namens der Mitarbeiter. 'Wenn etwaserreicht worden sei, so sei es namentlich auch jenen Bürgern der Stadt Düsseldorf zu verdanken,die sich rastlos in den Dienst der guten Sache gestellt haben. Möge es Düsseldorf vergönnt sein,immer solche Bürger zu haben. Das liebe Düsseldorf, es lebe hoch!
Noch manches herzliche Wort erfreute die Tafelrunde. Aus den weiteren Ansprachen seienfolgende hervorgehoben: Baron de Grancy, ein Holländer, pries die Schönheiten der StadtDüsseldorf, die er schon während der Ausstellung 1880 liebgewonnen habe. Der Redner wies aufdie glückliche Verbindung von Kunst und Gartenbau hin, die während der Ausstellung in dieErscheinung getreten, und widmete sein Glas Herrn Professor Clemen und Freiherr von Solemacher.
Redakteur Freiherr von Perfall-Köln feierte Düsseldorf als Alma mater der deutschen Kunst.Die Düsseldorfer Kunst, an ihrer Spitze die Akademie, möge wachsen, blühen und gedeihen wiebisher zur Ehre und zum Ruhm der Rheinlande.
Redakteur Brues-Krefeld brachte ein Hoch auf die Kunststadt Düsseldorf aus.
Professor de Bosschere-Antwerpen betonte in seiner Ansprache besonders den internationalenCharakter der Ausstellung. Sie sei ein Beweis gewesen für die Kulturgemeinschaft aller Völker,für den universellen Fortschritt und für die Pflege des Schönen. Der Redner ging dann über zuden Verdiensten, die sich Herr Professor Fritz Roeber erworben, und weihte ihm ein kräftiges Hoch.
So nahm das Festmahl nach jeder Richtung einen harmonischen Verlauf. Die Schlufifeier stelltesich den erinnerungsreichen Tagen, deren die Ausstellung so viele gebracht hat, würdig zur Seite.Als die Festgesellschaft das Freie betrat, wogte über das weite Gelände eine zahlreiche Menschen-menge, die den letzten Tag der Ausstellung nicht vorübergehen lassen wollte, ohne sich an derenSchönheiten noch einmal zu erfreuen.
Die Ausstellung bot am letzten Nachmittag ein bunt bewegtes Bild. Groß und klein war herbei-geströmt, um sich nochmals an all dem Schönen, was die Ausstellung bot, zu erfreuen und dieletzten Stunden derselben zu genießen. Langsam senkten sich inzwischen die Schatten des Abends,und feenhaft erstrahlte das Ausstellungsgelände in farbigen Lichtern. Kanonendonner verkündete denAnfang des Feuerwerks, das dem Ganzen noch einen würdigen Abschluß geben sollte. Über alleErwartungen reichhaltig war das Programm der pyrotechnischen Aufführungen. Zum letztenmalerstrahlte über dem Ausstellungsgelände der nächtliche Himmel in wunderbarer Farbenpracht, undKopf an Kopf stand die Menge, dem schönen Schauspiel mit Interesse folgend. Ein letztes flammendes„Gute Nacht", der Schwärm der Zuschauer verzog sich nach allen Seiten des Geländes, die einen,um in fröhlicher Runde den Schluß der Ausstellung würdig zu feiern, die anderen, um den letztenKlängen, welche vom Musikpavillon herüberschallten, zu lauschen. Ungeheuer war nach demFeuerwerk der Andrang vor dem Musikpavillon, wo Musikdirektor Moser nochmals sein ganzesKönnen bot und zum Schluß mit einem großen Lorbeerkranze bedacht wurde. Lange nochherrschte fröhliche Stimmung, bis endlich die letzten Lichter erlöschten und Finsternis die stolzenBauten, die so lange die Stätten des rheinischen Frohsinns waren, einhüllte. Bald werden auchsie gefallen sein, und die Erinnerung an festliche Stunden wird langsam verblassen. Sic transitgloria mundi!