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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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VERLAUF DER AUSSTELLUNG

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Gewächse aller Art errichtet waren. Den ganzen Juli und August hindurch wetteiferten die Victoriaregia vom Botanischen Garten in Hamburg und vom Botanischen Garten in Leiden an Zahl undSchönheit der Blumen und in bezug auf den Umfang der gigantischen Blätter. In einem Treibhauseerregten auch die Gurkenzüchtungen von Peter Schley in Essen allgemeines Interesse.

Am 11. Juli besuchten Prinz Eitel Friedrich von Preußen und die Fürstin Adolf von Lippe-Schaumburg mit Begleitung wieder die Ausstellung.

Auch die Königin-Mutter von Holland besichtigte das Ausstellungsgelände, insbesondere denKunstpalast und die holländische Abteilung.

Aus England erschien ein Verein von Handelsgärtnern zu eingehenden Studien der Ausstellung.Inzwischen war in der großen Blumenhalle von Hartmann in Gent durch eine auserlesene Zahlhervorragend schön gewachsener Araukarien ein Wald von fremdartigem Aussehen geschaffen worden.

Besonders bewundert wurden auch die vielen vorzüglich gepflegten Caladien aus Brasilien mitihren überschön gefärbten durchsichtigen Blättern.

Am 30. Juli fand das Kinderfest in der Ausstellung statt, an dem über 3000 Schüler und Schülerinnender obersten Volksschulklassen, die bei der Pflege von ihnen übergebenen Pflanzen sich besondersbemüht hatten, unter Führung ihrer Lehrer und Lehrerinnen in der Ausstellung bewirtet wurden.

Der August begann mit einer Brautschmuck-Ausstellung, die ihrer Eigenart wegen großen Anklangfand. Am 5. und 6. August weilte Seine Fürstliche Durchlaucht der regierende Fürst zu Schaumburg-Lippe mit der Frau Fürstin und den jüngeren Prinzen zum Besuche der Ausstellung in Düsseldorf, undbei ihrem gleich warmen Interesse für die Kunst wie für den Gartenbau studierten sie alle Darbie-tungen auf das eingehendste und sprachen sich über das Geleistete in überaus anerkennender Weise aus.

Am 6. August wurde die Ausstellung von Farnen eröffnet, die für Künstler und Laien das Über-raschendste bot. Am folgenden Tage hatte die Ausstellung den Besuch zahlreicher Radfahrer, diebei Gelegenheit ihrer Hauptversammlung eine Korsofahrt veranstalteten, die in der Ausstellung ihrEnde fand. Während auf den Rosenfeldern die Nachblüten sich öffneten, hatten sich auch vor demKunstpalast die in überraschender Vielfarbigkeit von der Firma Goos & Koenemann aufgepflanztenCanna-Arten voll entwickelt und gaben ein gleich fesselndes und originelles Bild, wie die vielenTausende holländischer Tulpen und Azaleen im Mai.

Im Monat August war ein besonders reges Leben durch eine Reihe von gärtnerischen Kongressenund auswärtiger Vereine, darunter der Dendrologenverein, eine englische Ingenieurvereinigung, dieHauptversammlung des Verbandes deutscher Handelsgärtner, für die eine besondere Ausstellung vonHandelspflanzen und auch eine Bindekunst-Ausstellung für Binder und Binderinnen veranstaltetwurde, der Verein zur Körperpflege zu Elberfeld, der mit 1426 Schulkindern erschien, und verschiedeneandere Korporationen.

Im Freien stand der Alpengarten immer noch im vollen Flor, und ebenso ganze Felder vonSommerblumen aus Quedlinburg. Auch forderten eine Anzahl vorzüglicher silberblauer Tannenvon Weber & Co. aus Wiesbaden besondere Aufmerksamkeit.

Die Beschaffung von Blumen, die für das riesige Terrain ausreichten, war trotz der andauerndenGeneigtheit der Aussteller, die von Tag zu Tag sich für das große Unternehmen mehr erwärmten,durch die anhaltende große Hitze sehr erschwert, vielfach vernichteten auch die wenn auch nichtsehr zahlreichen Gewitterregen eben ausgestellte große Auspflanzungen wirkungsvoller Blumen, sodie herrlichen Levkoyen von Kommerzienrat Benary aus Erfurt, die uns nur an einem Morgenihre ganze Schönheit zeigten.

Angemeldete Sendungen vieler Waggonladungen wurden nicht verwirklicht, da die Dürre undTrockenheit des Sommers alles, was für die Ausstellung vorbereitet war, vernichtet hatte. Nur durchunablässiges Sprengen und Tag und Nacht durchgeführte Pflege war es auf der Ausstellung selbstgelungen, sowohl den Rasen, wie die Pflanzen in ausgezeichnetem Zustande zu erhalten.

Die Unsicherheit, ob auf die Anmeldungen auch wirklich zu rechnen ist, erschwert überhauptdie Durchführung einer langandauernden Gartenbau-Ausstellung in höchstem Maße. Vom Beginn desSeptember bis zum Schluß folgten jetzt ununterbrochen ungemein umfangreiche, alle Erwartungenübertreffende Sonderausstellungen.

Den Reigen eröffnete am 3. September die zweite Orchideen- und die große Herbstausstellung,durch die die sämtlichen verfügbaren Ausstellungsräume gefüllt wurden.

An diesem Tage begannen die Verhandlungen des Internationalen Preisgerichts. Bei Gelegenheitdes Festmahls war an den deutschen Kronprinzen ein Huldigungstelegramm abgegangen, auf dasnachstehendes Antworttelegramm einlief:

Gelbensande, 4. September 1904.Ich bitte Sie, den zurzeit versammelten Mitgliedern des Internationalen Preisgerichts meinen besten Dank für dasmir übersandte Huldigungstelegramm zu übermitteln. Ich bedauere sehr, dass ich nicht in der Lage bin, dieAusstellung auf ihrem jetzigen Höhepunkt zu besuchen. Wilhelm, Kronprinz.