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VORBEREITUNG DER AUSSTELLUNG
50 000 Einwohner im Deutschen Reiche den Antrag gestellt, sich an der Ausstellung in der Weisezu beteiligen, daß sie über alle mit dem Gartenbau zusammenhängenden Fragen, die bei der Ent-wicklung der Städte eine Rolle spielen, in Plänen, Modellen und Denkschriften Aufschluß gebenmöchten mit besonderer Berücksichtigung der sozialen Bedeutung des Gartenbaues für die wenigerbemittelten Klassen. Diese Aufschlüsse sollten dann in einem Werke zusammengefaßt werden, umauch für die kleineren Gemeinden die Erfahrungen der großen Städte nutzbar zu machen.
Diesem Antrage entsprachen Aachen, Augsburg, Barmen, Berlin, Beuthen, Bonn, Bremer Wall,Bremen, Cassel, Chemnitz, Cöln, Danzig, Darmstadt, Dortmund, Dresden, Düren, Düsseldorf, Frank-furt a. M., Gleiwitz, Hagen, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Leipzig, Magdeburg, Mainz, Mannheim,Mülhausen i. E., München, M.Gladbach, Münster i. W., Osnabrück, Posen, Remscheid und Zwickau.
Professor Dr. Hoffmann übernahm es, das Material zusammenzustellen. Das Ergebnis seinerArbeit liegt in dem reich illustrierten Buche „Hygienische und soziale Betätigung deutscher Städteauf den Gebieten des Gartenbaues" vor.
Unter der Leitung des Königlichen Obergärtners Rottenheuser in Elberfeld wurde nach demPlane des Stadtgarten-Direktors Trip in Hannover eine Ausstellung der Gartenkunst veranstaltet,an der sich eine Reihe der größten Gemeinwesen mit prächtigen Plänen beteiligten, um ihr Interessefür die Pflege von Gartenanlagen zu bekunden. Im Freien wurde ein geeigneter Platz zur Ver-fügung gestellt, der die verschiedensten Arten kleinerer Gärten nach dem Muster der LeipzigerSchrebergärten aufnahm. Besonderen Dienst leistete dabei Gartenarchitekt Hoemann. Weitereselbständige künstlerische Gartenanlagen innerhalb des ausgedehnten Geländes unter Hinzuziehungvon Bildhauerei unternahmen Gartenarchitekt Reinhardt und Professor Peter Behrens; einenjapanischen Garten legte Hoemann an, und ein alpiner Garten von Landschaftsgärtner Arendsin Ronsdorf war für Laien und Botaniker gleich anziehend.
Auf dem Gelände der Ausstellung war während des Sommers und Herbstes eine Riesen-Arbeits-leistung zu bewältigen, um das Gelände, das im Jahre 1902 mit einer Fülle von Bauten übersät war,zur Aufnahme der neuen Bauten, der geplanten Anlagen, zum Pflanzen von Bäumen, Sträuchernund Blumen verwendbar zu machen. In erster Linie mußte Mutterboden herangeschafft werden;nicht weniger als 40 000 Kubikmeter waren anzufahren und zu verteilen, dazu kam die Beschaffungder Düngstoffe, weil es galt, in kürzester Zeit fertige Gartenanlagen herzustellen. Besonders erschwerendwar, daß die Stadtverwaltung durch den Hauptteil der Ausstellung einen großen Kanal legen mußte,dessen Vollendung sich stark verzögerte und bis in den Herbst 1903 hinein dauerte. Überausbeachtenswert war dabei die hingebungsvolle Tätigkeit des städtischen Obergärtners Piel.
Bald nach Beginn des Ausstellungsjahres 1904 unterzogen sich Beigeordneter Dr. Thelemannund Handelskammer-Syndikus Dr. Brandt der mühevollen Arbeit, von mehr als 220 Eisenbahn-verwaltungen des In- und Auslandes Frachtermäßigungen für die Zufuhr der Kunstwerke und derGartenerzeugnisse zu erwirken und die Regierung zu veranlassen, Sorge zu tragen, daß die raschemVerderben ausgesetzten empfindlichen Blumen und Pflanzen auf dem schnellsten Wege nachDüsseldorf gelangten.
Die Verhandlungen über Festlichkeiten führte Oberbürgermeister a. D. Fr. Haumann. DieFeuerwerke und Jlluminationen wurden, ohne den deutschen Wettbewerb ganz auszuschließen, derFirma James Pain & Sons in London übertragen, die sich in England einen wohlverdienten Rufgeschaffen hat, und namentlich, was die künstlerischen Beleuchtungen des Geländes anlangt, großeErfahrung besaß.
Die Untersuchung der eingeführten Pflanzen auf Reblaus gestattete die Staatsverwaltung auf demGelände der Ausstellung selbst vorzunehmen. Dadurch vereinfachte sich die Abfertigung an denGrenzzollämtern und es war die Möglichkeit gegeben, die Besitzer seltener Gewächse, wie Orchideen,aus dem Auslande zur Beteiligung zu veranlassen.
Eine Reihe von gärtnerischen und andere Vereinigungen beschlossen, der Ausstellung halber inDüsseldorf ihre Jahresversammlungen und Kongresse abzuhalten.
Gegen Ende Januar 1904 lud der Vorsitzende der Kunsthistorischen Ausstellung den Ehrenvorstandund Vorstand der Kunsthistorischen Ausstellung zu einer Gesamtsitzung ein, die das Ergebnis hatte,daß eine solche Menge der kostbarsten und wertvollsten Beiträge gesichert wurde, daß zu derenAufnahme der verfügbare Raum kaum ausreichte. Bald darauf wurde auch im Kunstausschuß fest-gestellt, daß zahlreichere Kunstwerke zur Ausstellung angemeldet waren, als in den Ausstellungs-sälen einschließlich dreier geräumiger Anbauten aufgestellt werden konnten, und ebenso wurde kurzvor der Eröffnung der Ausstellung von dem Leiter der Gartenbau-Ausstellung in den Hallen, Ritter-gutsbesitzer Rudolf Seidel, der Antrag nach Vermehrung von überdeckten Ausstellungsräumenfür den Gartenbau gestellt; ein Beweis dafür, daß vom Inlande wie vom Auslande eine überraschendrege Beteiligung erwartet werden konnte.