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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
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alles vereint der Weinberg freilich nicht gewähren konnte. Die ehemaligenWinzerhäuschen hatten großen verdeckten Gängen, die sowohl zum Morgen-ais Abendaufenthalt eingerichtet waren, die Gartenhäuserchen, wo man ehe-mals die Gerätschaften zur Bearbeitung des Gartens verbarg, prächtigen großenSalons, kleinen mit Weinlaub umzogenen Sofas und hie und da verstecktenRuhgemächern, die man damals Diaetas nannte, weichen müssen. DerHerr und Besitzer des Landgutes bearbeitete jetzt nicht mehr selbst in demKreise seiner Sklaven und seines Gesindes seinen Boden, er genoß nicht mehr,so wie Kato, mit ihnen gleiche Kost, sondern er herrschte hier wie ein per-sischer Satrap: denn mit dem Luxus der Asiaten war auch deren Weichlich-keit und Hang zum ruhigen und mühelosen Lebensgenuß zu ihm auf die Villagewandert. Von ihm war die alte Katonische häusliche Tugend völlig ge-wichen !

Hätte Kato, der Urheber des Land- und Obstbaues in Italien, dieses vorher ge-sehen, hätte er wissen können, daß er dadurch, daß er durch mündliche undschriftliche Vorschriften zum Gartenbau reizte und ihn allgemein beförderte,den römischen Edeln der folgenden Zeiten eine Veranlassung in die Händegeben könnte, durch die sie allmählich zur Weichlichkeit geführt, durch die derursprünglich tätige kriegerische Charakter der Nation verdorben wurde, so istes gewiß, daß er alle Wein- und Gartenbauer eher durch Proskripte verfolgt,als sich selbst zu einem solchen verstanden haben würde.

So war das Landleben der Römer zu Augusts Zeitalter beschaffen: die Pflegeder Gärten machte den Hauptgegenstand der Begünstigung desselben aus.Es läßt sich also leicht denken, daß das schöne Lehrgedicht des Dichters Virgilüber den Landbau, dessen zweiter Gesang allein den Garten und Weinbau be-handelt, zu seiner rechten Zeit erschien und mit offenen Armen empfangenwurde. Es war so ganz für die römischen Großen geschrieben, mit deren Lieb-lingsbeschäftigung es so sehr harmonierte und denen es im geschmackvollstenGewände eine Art von Lehrbuch in die Hände gab, dessen wohlüberdachte Vor-schriften sie während des Nachtisches aus dem Munde ihrer Lektoren gleich-sam spielend erhalten konnten. Selten hat daher auch wohl ein Gedicht soallgemeine Aufmerksamkeit erregt, als wie dieses, und es allein wäre schonimstande gewesen, Virgils Namen bis auf unsere Zeiten zu erhalten. (KarlLudwig Sickler, Geschichte der Obstkultur, 1802.)

MITTELALTERLICHE GÄRTEN

Auch auf den alten Burgen werden die Gärtlein nicht ganz gefehlt haben. DiePflegerinnen waren die Schloßfrauen, die von ihren Lehrmeistern, den Mön-chen, erlernten, wie man heilsame Kräuter in den Würz- und Krautgärtenpflanzte, um Kranke und Wunde in Schloß und Dorf zu heilen oder auch umetwas Zukost und Gemüse für die Küche zu erzielen. In der Zeit der Blüte er-freuten sie sich dann der bunten Pracht, und die Jungen und Frohen flochtenwohl auch Kränzlein für sich und den Gespielen. Unter den Fenstern derFrauenwohnung legte man den Garten an, damit er der Schloßfrau im Augebliebe. Von oben wollte er angeschaut werden, dann lag er wie ein bunter

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