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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
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PFLANZEN- UND MENSCHENATEM

Wie die Pflanze sich zum Menschenreich geselle, welch ein Feld voll Merk-würdigkeiten wäre dieses, wenn wir ihm nachgehen könnten! Man hat dieschöne Erfahrung gemacht, daß die Gewächse zwar so wenig als wir von reinerLuft leben können, daß aber gerade das, was sie einsaugen, das Brennbare sei,was Tiere tötet und in allen animalischen Körpern die Fäulnis befördert. Manhat bemerkt, daß sie dies nützliche Geschäft, die Luft zu reinigen, nicht mittelsder Wärme, sondern des Lichts tun, das sie, selbst bis auf die kalten Mondes-strahlen, einsaugen. Heilsame Kinder der Erde! Was uns zerstört, was wirverpestet ausatmen, ziehet ihr an euch, das zarteste Medium muß es mit euchvereinigen und ihr gebet es rein wieder. Ihr erhaltet die Gesundheit der Ge-schöpfe, die euch vernichten, und wenn ihr sterbt, seid ihr noch wohltätig:ihr macht die Erde gesunder und zu neuen Geschöpfen eurer Art fruchtbar.Wenn die Gewächse zu nichts als hierzu dienten, wie schön verflochten wäreihr stilles Dasein ins Reich der Tiere und Menschen! Nun aber da sie zugleichdie reichste Speise der tierischen Schöpfung sind und es insonderheit in der Ge-schichte der Lebensarten des Menschengeschlechts so viel darauf ankam, wasjedes Volk in seinem Erdstrich für Pflanzen und Tiere vor sich fand, die ihmzur Nahrung dienen konnten, wie mannigfaltig und neu verflicht sich damitdie Geschichte der Naturreiche. Die ruhigsten und wenn man sagen darf, diemenschlichsten Tiere leben von Pflanzen, an Nationen, die eben diese Speisewenigstens öfters genießen, hat man eben diese gesunde Ruhe und heitere Sorg-losigkeit bemerkt. Alle fleischfressenden Tiere sind ihrer Natur nach wilder,der Mensch, der zwischen ihnen steht, muß, wenigstens dem Bau seiner Zähnenach, kein fleischfressendes Tier sein. Ein Teil der Erdnationen lebt großen-teils noch von Milch und Gewächsen, in früheren Zeiten haben mehrere davongelebt: und welchen Reichtum hat ihnen auch die Natur im Mark, im Saft,in den Früchten, ja, gar in den Rinden und Zweigen ihrer Erdgewächse be-schieden, wo oft ein Baum eine ganze Familie nährt! Wunderbar ist jedemErdstrich das seine gegeben, nicht nur in dem, was es gewährt, sondern auchin dem, was es an sich ziehet und wegnimmt. Denn da die Pflanzen von demBrennbaren der Luft, mithin zum Teil von denen für uns schädlichsten Dün-sten leben, so organisiert sich auch ihr Gegengift nach der Eigenheit eines jedenLandes und sie bereiten für den immer zur Fäulnis gehenden animalischenKörper überall die Arzneien, die eben für die Krankheiten dieses Erdstrichssind. Der Mensch wird sich also so wenig zu beschweren haben, daß es auchgiftige Pflanzen in der Natur gebe, da diese eigentlich nur abgeleitete Kanäledes Gifts, also die wohltätigsten zur Gesundheit der ganzen Gegend sind undin seinen Händen, zum Teil schon in den Händen der Natur, die wirksamstenGegengifte werden. Selten hat man eine Gewächs- oder Tierart dieses undjenes Erdstrichs ausgerottet, ohne nicht bald die offenbarsten Nachteile fürdie Bewohnbarkeit des Ganzen zu erfahren, und hat die Natur endlich nichtjeder Tierart und an seinem Teil auch dem Menschen Sinne und Organe genugverliehen, Pflanzen, die für ihn dienen, auszusuchen und die schädlichen zuverwerfen?--------

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