Uns zur Seite führte ein kleiner Nebenweg, der nach Kremon, Treiden undSegewolde, welche drei Güter alle in freundlicher Nachbarschaft beieinanderliegen, ab. Ich sah den Weg mit hundert alten und frischen Wagenspurensich über die Wiese hinschlängeln und dann in einiger Entfernung umeinen. Hügel herumbiegen, wo er verschwand. Wie gern wäre ich auchhier links abgebogen und hätte in leichter Kalesche den alten Spuren nocheine neue hinzugefügt. Denn solche Wege führen in Livland allemal zu hüb-schen Gärten, zu schönen Schlössern, zu reichbesetzten Tafeln, zu lustigenTänzen, zu huldreichen Damen, zu gastfreien und liebenswürdigen Leuten
und zu feinen, gebildeten Kreisen.-------
Wir kamen in Wolmar erst gegen Abend an. Das Städtchen war jetzt freund-lich und friedlich anzuschauen. Die Straßen waren gerade und breit, dieHäuser reinlich und schmuck. Aus allen Fenstern schimmerte der Scheingeselliger Flämmchen. (J. G. Kohl, Die deutsch-russischen Ostseepro-vinzen, 1841.)
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