kochte. Um 5 Uhr vernahm man wieder den unterirdischen Donner, undder Anblick des Berges wurde plötzlich durch ungeheure Säulen von Aschegehemmt, die aus ihm emporstürzten. Wären diese Säulen, statt ins Meer,auf Neapel niedergefallen, so würde diese Stadt das Schicksal von Stabiä undPompeji erfahren haben und das Grab seiner Einwohner geworden sein.Eine dieser Säulen, welche schöner und lichter war, als die übrigen, flogschnell über den Ort hin, wo der Verfasser saß. Dieser erinnerte sich beiErblickung derselben an Plinius' Schicksal, welcher bei dem Ausbruche desVesuvs im Jahre 79 umkam, und diese Erinnerung machte ihn vorsichtig.Er raffte seine gemachten Zeichnungen zusammen und begab sich nach seinerWohnung.
Erst um 7 Uhr des Morgens langte er auf seinem Zimmer an, die Fensterhatten offen gestanden und der Fußboden lag 3 Zoll hoch voll Asche.Der Verfasser hatte am 16. Juli nachmittags vergebens versucht, sich derStadt Torre del Greco zu Lande zu nähern. Er nahm am 17. ein Boot, schiffteüber die Bucht und begab sich an das Ufer, das dieser unglücklichen Stadtam nächsten war. Er fand es mit den bedauernswürdigen Einwohnern bedeckt,die sich mit dem Wenigen, was sie von ihren Sachen hatten retten können,dahin geflüchtet hatten. Mit Schauder erblickte der Verfasser die Masse derzerstörenden Lava, die sich mitten in Torre del Greco aufgeschichtet hatte.Am Ufer trieb eine Menge Fische, welche durch die heiße Lava bei ihrem Ein-flüsse ins Meer den Tod gefunden hatten, und die schon einen sehr ÜbelnGeruch zu verbreiten anfingen. Die Lava hatte auch über 3000 Morgen Wein-berge zerstört. Nur wenige Menschen waren indes bei diesem Ausbruche um-gekommen, weil ein jeder Zeit gehabt hatte, sich zu retten. (Johann GottfriedSommer, Gemälde der physischen Welt, 1826/1831.)
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