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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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durch Gase und Wasser aufgeblähte Masse gegen die Mitte hin über 12 Fuß, undim Kanton Neuenburg ist das Moor von les Ponts derart angeschwollen, daßzwei Dörfer, welche auf den Kalkfelsen der gegenüberliegenden Seite erbautwurden, einander seit Jahrhunderten durch den Buckel des Moores verdecktsind. Ja, die seltsame Sumpf blase hebt und senkt sich zuweilen unter den Ein-flüssen der Witterung, je nachdem entweder reichliche Regenergüsse dieWassermasse vermehren oder Wind und Wärme sie verdunsten lassen, daherdenn die am Saume solcher Moore gelegenen Ortschaften wechselnd einanderbald wahrnehmen, bald aus dem Gesichtskreis entschwinden. Eben diese Wöl-bung endlich, wie sie den eigentlichen Ausgangs- und Höhepunkt des Mooresbezeichnet, wird nun wohl zugleich die Ursache seiner Erweiterung. Dennwenn zwar die Wasser in den Haargefäßen der Moose ununterbrochen empor-gehoben werden, so vermag doch der triefende Schwamm die Überfülle nichtfestzuhalten: sie entweicht vielmehr allgemach nach den tiefer liegenden Rän-dern, um hier neue Sümpfe zu bilden, aus denen neue Moore sich erzeugen.So breiten die Moore sich aus und so wachsen sie empor, bis schließlich einfester Erdriegel Schranken setzt oder die Zufuhr des feuchten Elements auf-hört. Und selbst da, wo das Wasser sich endlich einen Ausgang bahnt, undwie mancher Bach nimmt hier seinen Ursprung 1 — wachsen die Moore nochfort, sofern die Moose schon durch die atmosphärischen Niederschläge hinläng-lich genährt werden. Aber zugleich bereiten sie nun in ihrem filzartigen ver-worrenen Gewebe abermals den Keimen höherer Gewächse eine Stätte: dasunverwüstliche Heidekraut kommt, die eigentliche Charakterpflanze der Hoch-moore, Ried- und Wollgräser gesellen sich hinzu und stellen sich zu kleineninselartigen Kuppen zusammen, um sie her setzt sich vom Winde zusammenge-trieben der Sand der Dünen und der Staub der Äcker an, es treten die erstenfesten Punkte in der gährenden Masse hervor, und nicht lange, so streckt hierein Strauch, ein Birken- oder Erlenbusch die Wurzel in den neuerstehendenBoden. Wo zuletzt das Moor überhaupt aufhört zu wachsen, mag sich all-mählich ein dichter, zusammenhängender Teppich darüberspannen, aber unterdem Tritt des Fußes erzitternd, verrät er noch immer die verborgenen Wasser.„Gynge" oder Schauckeln nennt der Däne mit charakteristischem Namensolche auf- und abschwankenden Strecken.

Man überzeugt sich, daß diese Bildungen nur ein Werk von Jahrhundertensein können. Aber in Dunkel und Stille hüllt die Natur ihre Tätigkeit, und nurallmählich mag es der Wissenschaft gelingen, mit Sicherheit die Stadien desProzesses festzustellen, in dem hier, wie in einem Schattenbilde des Lebens,Organisches und Unorganisches ineinander greift. Oft findet man noch tiefunter der Oberfläche die Pflanzen unversehrt, so daß bloß das lockere Gefügeund das dunklere Braun die begonnene Vermoderung verkündigt. Erst ingrößerer Tiefe stößt dann das Grabscheit auf einen flüssigen Schlamm undweiterhin auf eine schwarze formlose Masse, die kaum noch in einzelnen Restenihren Ursprung erkennen läßt und zusammengetrocknet als ein erdiger Stauberscheint. Aber eben in ihm nun tritt uns ein neues Produkt, eine wirklicheNeubildung entgegen, die der Steinkohle verwandt, „zwischen Organischemund Unorganischem die Mitte haltend, in gleichem Maße das Interesse des Geo-

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