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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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Besitz zu nehmen. Dangos gelangte indessen durch die Gestalt, die Farbeund besonders durch die Lage dieser vermeintlichen neuen Insel bald zuder Überzeugung, daß die ganze Erscheinung nichts weiter sei, als das durchStrahlenbrechung näher gerückte und über den Wasserspiegel mehr als ge-wöhnlich emporgehobene Bild des mit Schnee bedeckten Ätnagipfels. Am17. April 1785, morgens um 6 Uhr, zeigte sich dies wunderbare Schauspielaufs neue. Auch waren an diesem Tage die Küsten von Sizilien, welchesonst verdeckt sind, völlig sichtbar. (Johann Gottfried Sommer, Gemälde derphysischen Welt, 1826/1831.)

HEISSE WINDE

Der Harmattan ist ein Ostwind, welcher auf der am stärksten nach Westenvorspringenden Küste von Nordafrika wehet, Senegambien vorzugsweise be-rührt, doch schon am Kap Blanco und selbst noch weiter nördlich bemerktwird und sich bis in die Nähe der unterhalb des Senegal liegenden Kong-gebirge erstreckt, welche seine südliche Grenze bilden.

Der Harmattan zeigt sich gewöhnlich im April, er dauert längere oder kürzereZeit, nicht selten 12 Tage lang ununterbrochen, und er kündigt sein Nahendadurch an, daß die Sonne ungewöhnlich rot aufgeht. In jenen Gegenden,in welchen die Luft wolkenlos und ungemein durchsichtig ist, hat man wieschon in Italien, Morgen- und Abendröte nicht ein rötlich gefärbter Morgen-himmel und gar eine rote Sonne ist daher ein meteorologisches Ereignis.Der nahende Ostwind hebt den Sand und Staub der Wüste, über deren ganzeFläche er hinstreift, auf und erfüllt die Luft damit. Bald, gewöhnlich schonam nächsten Tage nach der zuerst gesehenen roten Morgensonne, wird derganze Himmel trübe und rötlich, die Sonne erscheint selbst um Mittag starkgerötet, ein heißer Wind erhebt sich, welcher in den Gebäuden alle Türen,Dielen und Decken zerreißt und zum lauten, erschreckenden Knallen bringt;bald wird der Himmel ganz undurchsichtig, die Sonne scheint wie durch einendicken, roten Nebel und ist nicht selbst zu erkennen außer um die Mittags-zeit, sondern verrät ihren Standpunkt nur durch eine heller transparenteStelle des Luftgewölbes.

Der feine Staub, welcher diese Rötung verursacht, dringt überall ein, diebestverschlossenen Räume werden von ihm erfüllt (chemische Untersuchungenhaben bewiesen, daß es der fein verteilte Wüstensand sei), und man kannsich auf keine Weise gegen ihn schützen. Er setzt sich ebenso auf und indie Kleider, dringt zwischen diese und den Körper des Menschen ein undpeinigt auf eine entsetzliche Weise, indem er zuerst ein unerträgliches Jucken,dann aber die heftigsten Schmerzen erregt, dies letztere jedoch nur infolgeeiner anderen Eigenschaft des Windes, der erstgedachten nämlich. DerHarmattan ist außerordentlich trocken und heiß, diese trockene Hitze entführtdem tierischen Körper seine Feuchtigkeit so schnell und so vollkommen, daßdie Haut sich durch tausend kleine Risse spaltet und nach und nach gänzlichlöst, abschält. In die blutenden Risse und Sprünge setzt sich nun der feineStaub, trocknet sie völlig aus und verursacht einen so brennenden Schmerz,

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