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3 (1926) Die Neuzeit im deutschen Bereich
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sieben- bis achttausend Mann stark sei: so groß war ihre Gier nach Sklavenund Sklavinnen, deren Person ihren Lüsten oder deren Wert ihrer Habsuchtfröhnen konnte, daß sie gewiß lieber alle lebendig in die Sklaverei geschleppthätten, als durch Mord die doppelte Aussicht auf Lust und Gold zu verlieren.Diese Opfer der ersten Übereilung wurden aber ohne allen Widerstand nieder-gemetzelt, denn von den Türken blieben kaum einer oder zwei. Alles flüchtetegegen die Hafenseite, deren sich der Feind noch nicht bemächtigt hatte, denndie durch die unterirdische Pforte des Reiftors eingedrungenen fünfzig Türkenwaren wieder zurückgeschlagen worden, und mehreren der Fliehenden ge-lang es, sich durch die offenen Tore der Hafenseite auf griechische und genu-esische Schiffe zu retten. Als aber die Torwachen den Andrang der Mengesahen und den Grund der Flucht vernahmen, sperrten sie die Tore und warfendie Schlüssel über die Mauer, aus Aberglauben an eine alte Prophezeiung,daß die Türken bis in die Mitte der Stadt, bis auf das Forum tauri (heute Tauk-basari) vordringen und von dort erst von den Bewohnern zurückgeschlagenwerden würden.

Nun strömte die Volksmenge von der Hafenseite der großen Kirche Aja Sofiazu. Männer, Weiber, Greise, Kinder, Mönche, Nonnen, und dies abermals ausAberglauben an dieselbe seit Jahren gang und gäbe Prophezeiung, daß, wenndie Türken bis zur Säule Konstantins des Großen vorgedrungen sein würden,ein Engel vom Himmel steigen und einem an der Säule sitzenden armen undniedrigen Mann ein gezogenes Schwert mit den Worten übergeben werde:Nimm dies Schwert und räche das Volk Gottes! darauf würden die Türkensogleich den Rücken wenden und, von den Griechen verfolgt, nicht aus derStadt und aus ganz Kleinasien, sondern bis an die Grenze Persiens getriebenwerden. So wogte die Volksmenge nach Aja Sofia hin, und in kurzem wardie weite Kirche samt allen Vorhallen, Gängen und Galerien, mit Menschendicht angefüllt, welche bei verschlossenen Türen in derselben ihr Lebensheilzu finden hofften. Die Türken brachen die verschlossenen Tore mit Beilenauf und schleppten das geflüchtete Volk wie zahme Schlachttiere in die Skla-verei fort. Die Männer wurden mit Stricken, die Weiber mit ihren Gürtelnzwei und zwei zusammengebunden, ohne Rücksicht des Alters und des Standes,der Archimandrite mit seinem Türhüter, die Frau mit ihrer Magd, die zarteNonne mit dem Mönche, nicht zu ihrer, sondern zu des Räubers Lust oderDienst. Die ganze Kirche ein großer Greuel. Die Heiligenbilder wurden ihresSchmuckes beraubt und zerbrochen, die goldenen und silbernen Geschirre ge-raubt, die Meßgewänder zu Schabracken verwendet, die Kreuzigung erneut,und das Kruzifix mit einer Janitscharenhaube im Spotte herumgetragen.(Hammer-Purgstall, Die Erstürmung Konstantinopels, 1827.)

GÖTTERSCHUTZ

Wir kennen schon den Namen des Niklas Jurischitz, des einen von den beidenGesandten König Ferdinands an den Sultan 1530, 1531. Als damals alle Unter-handlungen vergeblich waren, sagten die Gesandten, sie sähen wohl, Ungarnsolle der Kirchhof der Türken und Christen werden. Jurischitz schien jetzt

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