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3 (1926) Die Neuzeit im deutschen Bereich
Entstehung
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will gleich von vornherein und als das allererste und einige Glied einen festenund gewissen Geist. Dieser ist für sie die aus sich selbst lebende und ewig be-wegliche Triebfeder, die das Leben der Gesellschaft ordnen und fortbewegenwird. Sie begreift, daß sie diesen Geist nicht durch Strafreden an die schonverwahrloste Erwachsenheit, sondern nur durch Erziehung des noch unver-dorbenen Jugendalters hervorbringen könne. So wie der Staat an den Per-sonen seiner erwachsenen Bürger die fortgesetzte Erziehung des Menschen-geschlechts ist, so müsse, meint diese Staatskunst, der künftige Bürger selbsterst zur Empfänglichkeit jener höheren Erziehung herauferzogen werden.Hierdurch wird nun diese deutsche und allerneuste Staatskunst wiederum dieallerälteste, denn auch diese bei den Griechen gründete das Bürgertum aufdie Erziehung und bildete Bürger, wie die folgenden Zeitalter sie nicht wiedergesehen haben. (Fichte, Reden an die deutsche Nation, 1807/1808.)

TATKRAFT UND BILDUNG FÜR DEN STAATSMANN

Das beständige und selbst steigende Glück der Engländer in der Regierungihrer zahlreichen und zum Teil riesengroßen Nebenländer ist schon oft derGegenstand der Verwunderung, bei den Franzosen der Gegenstand des bitter-sten Neides und Hasses gewesen. Es geht aber mit sehr natürlichen Dingenzu, und wenn irgend etwas, so kann die aufmerksame Lesung der Schriftenund Denkwürdigkeiten Lord Wellesleys die Lösung des Geheimnisses an dieHand geben. Sieht man nämlich ab von den allgemeinen Gründen des tüch-tigen staatlichen Lebens in England, also davon, daß das freie öffentliche Lebenim Volke und der Kampf im Parlament einerseits die Ernennung völlig un-brauchbarer und schlechter Menschen sehr erschwert, andererseits immer einegehörige Anzahl ausgezeichneter Männer bildet und ans Licht zieht (Vorteile,welche allerdings sehr bedeutend sind, doch nicht alles zu erklären vermögen),so findet man, daß sich die Wirksamkeit und Größe der englischen Kolonial-verwaltung im wesentlichen auf drei Ursachen zurückführen läßt: auf die per-sönliche Ehrenhaftigkeit des gebildeten Engländers, auf die häufige Verwen-dung hochgeborener Männer, endlich auf den Bildungsgang des Eng-länders. --------

Bekanntlich wird sein Geist und Streben nicht durch Brot- und Examen-studien gebrochen, sondern er erhält auf seinen Schulen nur die allgemeineBildung. So faßt er denn auch mit dem offenen Sinne eines allgemein Gebil-deten die praktischen Geschäfte auf, deren Besorgung ihm zuteil wird. Magauch der Mangel an wissenschaftlichen Fachkenntnissen zuweilen nachteiligsein, so ist wenigstens bei den leitenden Männern diese Freiheit von engenund einseitigen professionellen Ansichten und von aufgedrungenen Kate-gorien ein Vorteil. Sie sind hinreichend gebildet, um neue Dinge in ihremWesen richtig aufzufassen und dieselben in den allgemeinen Beziehungenzurechtzulegen, und sind nicht verbildet durch eine langjährige und ausschlie-ßende Spezialität der Gedanken und Richtungen. Namentlich für Verhält-nisse, welche mit den europäischen Zuständen und Ansichten so gar keineÄhnlichkeit haben, wie die indischen, ist eine allgemeine menschliche Bil-

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