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3 (1926) Die Neuzeit im deutschen Bereich
Entstehung
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Ein aus irgendeinem Grunde bewußtloses, zum Beispiel ohne Traum schla-fendes Gehirn, astronomisch durchschaut, enthielte kein Geheimnis mehr,und bei astronomischer Kenntnis auch des übrigen Körpers wäre die ganzemenschliche Maschine mit ihrem Atmen, ihrem Herzschlag, ihrem Stoff-wechsel, ihrer Wärme und so fort bis auf das Wesen von Materie und Kraftvöllig entziffert. Der traumlos Schlafende ist begreiflich, so weit wie die Welt,ehe es Bewußtsein gab. Wie aber mit der ersten Regung von Bewußtsein dieWelt doppelt unbegreiflich ward, so wird auch der Schläfer es wieder mit demersten ihm dämmernden Traumbild. (Emil du Bois-Reymond, Über dieGrenzen des Naturerkennens, 1872.)

EWIGKEIT DER MATERIELLEN WELT

Helmholtz hatte in den nur auf Grund der einfachsten naturwissenschaft-lichen Anschauungen geführten Diskussionen über das Perpetuum mobile,denen er häufig in seinem elterlichen Hause beizuwohnen Gelegenheit hatte,einen überzeugenden Beweis von der Unmöglichkeit desselben nicht findenkönnen und nahm deshalb noch als Eleve des Friedrich-Wilhelm-Institutszu den in der Bibliothek desselben vorhandenen Werken von Daniel Bernouilli,d'Alembert und anderen Mathematikern des 18. Jahrhunderts seine Zuflucht,welche streng und allgemein gezeigt hatten, daß wenigstens durch Benutzungrein mechanischer Kräfte ein Perpetuum mobile nicht erzeugt werden könne.Wie das Räderwerk einer Uhr keine Arbeitskraft hervorbringen kann, die ihmnicht mitgeteilt wird, sondern nur die mitgeteilte auf eine längere Zeit gleich-mäßig verteilt, so erzeugen auch, wie jene großen Forscher durch streng mathe-matische Schlüsse für alle reinen Bewegungskräfte nachgewiesen haben,unsere Maschinen und Apparate aus sich keine Triebkraft, sondern gebennur die Arbeitskraft, welche ihnen allgemeine Naturkräfte mitgeteilt haben,in anderer Form wieder aus.

Aber die Frage, welche den Fortschritt der neueren Physik bildet, blieb eineoffene, ob nicht ein Perpetuum mobile möglich sei für das große Gebiet andererNaturkräfte, welche nicht zu den reinen Bewegungskräften gerechnet werden,Wärme, Elektrizität, Magnetismus, Licht, chemische Verwandtschaftskräfte,die doch alle in den mannigfaltigsten Beziehungen zu den mechanischen Vor-gängen stehen, indem fast bei jedem Naturprozesse mechanische Wirkungenvorkommen und mechanische Arbeit gewonnen wird.

Die medizinischen Studien Helmholtzens und seine Kenntnis der biologischenSeite der Naturerscheinungen hatten ihn zunächst zur Behandlung der Fragenach der Existenz eines Perpetuum mobile für diejenigen Erscheinungen ge-führt, mit deren Untersuchung er sich schon vom Jahre 1841 an beschäf-tigte. So wurde ihm bereits bei seinen ersten selbständigen Arbeiten im letztenStudienjahre immer klarer, daß G. E. Stahl, wenn er auch die physikalischeund chemische Natur der Kräfte der Organe und Stoffe, die im lebenden Kör-per wirken, erkannte, doch eine Lebenskraft annahm, welche die Wirksam-keit dieser Kräfte zu binden und zu lösen imstande sei, und daß dessen Theoriein Wirklichkeit jedem lebenden Körper die Natur eines Perpetuum mobile

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