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3 (1926) Die Neuzeit im deutschen Bereich
Entstehung
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solchen von Vorläufern und Mitläufern, das erste Buch, worin die deutscheWortkunst als bewußt ,,neue Richtung" erscheint. Zinkgref wollte wohl demFreund und sich als dem Einbegleiter den Ruhm der Gründer sichern, dochOpitz, inzwischen sicherer und klarer geworden, sah in dieser voreiligen Fest-legung eine Gefahr seines Ruhms, die er bannen müsse. So schrieb und ver-öffentlichte er (Breslau 1624) schnell sein Buch von der ,,Teutschen Poeterey",den authentischen Grundriß seines Wissens und Wollens, das alleingültigeGesetzbuch der neuen Kunst. Es hatte rasch den gewünschten Erfolg, dasAnsehen des Verfassers zu befestigen und seine Grundsätze zur Herrschaftzu führen, trotz vereinzelten Murrens überholter Vorgänger, wie Hübner oderWeckherlin. Seinem Ruhm entsprach nicht sein Einkommen ... er mußteweiter Stellen suchen und lukrative Verbindungen. Sein einflußreicher Ver-ehrer August Buchner, Professor in Wittenberg, wollte ihn bei dem FürstenLudwig von Anhalt, dem Haupt des Palmenordens, einfreunden, doch schei-terte eine Anstellung an den Kriegsnöten des Fürsten und wohl auch amWiderstände einiger Ordensmitglieder gegen den anspruchsvollen Neuerer,der ihre Prioritätseitelkeit verletzt hatte (vielleicht sogar durch epikurischePoetenfreiheit das Schamgefühl des frommen Herrn). Opitz ging über Dres-den, wo er mit dem Komponisten Schütz sich befreundete, nach Schlesienzurück. Seinem Apostel Buchner dankte er durch die Zuschrift seiner Ver-deutschung von Senekas Trojanerinnen. Kirchner nahm ihn auf einer Amts-fahrt mit an den Wiener Kaiserhof: dort wurde er für ein höfisches Leichen-karmen von Ferdinand zum Poeten gekrönt, aber nicht bestallt, wohl wegenseiner Konfession. Dann ist er in Breslau, Liegnitz, Brieg, Bunzlau unsteterGast von Verehrern, Bibliotheken, Archiven und ediert dieAcht BücherTeutscher Poematum" (Breslau 1625) geistliche Sachen, Lehrgedichte,Hochzeitsgedichte, Amatoria, Oden, Sonette und Epigramme, Proben allerkürzerenGattungen". Trotz des Ruhms, den ihm dies Buch eintrug, mußtee r um Lohn schreiben: er übersetzte Barclays StaatsromanArgenis" und be-arbeitete Jeremiae Klagelieder, nicht ohne Bezug. Dann ward er Sekretär desBurggrafen Karl Hannibal von Dohna: der war leidenschaftlicher Papist,u nd sein Amt forderte von Opitz manches Gewissensopfer, nicht nur Still-schweigen zur Protestantenhatz, sondern auch Lobtöne für seines Brotherrnfragwürdige Heldentaten. Seelenkämpfe hat das den Poeten schwerlich ge-kostet. Sein Gesetz empfing er nicht vom Glauben, sondern vom Wissen undttaben. Dohna begünstigte die Humaniora, das genügte Opitz, und es be-durfte für ihn keiner besonderen Feilheit, um seinen Vorteil dabei zu finden:Se ineReligion" war der Humanismus, nicht der Protestantismus. Im Auf-lag Dohnas reiste er, seit 1627Opitz von Boberfeld", 1630 nach Paris (wodamals unter Richelieu das Grand Siecle begann),der Auszug der Natur, derStädte Licht, der Weisheit Sängerin", zugleich der Sitz der reifsten Politik.Opitz erneuerte dort alte und fand neue Bekanntschaften, vor allem den HugoGrotius. In der französischen Literatur strahlte gerade zwischen Ronsard undporneille kein großer Stern, und Opitz merkte mit einigem Mißmut, daß diePle-Jade schon verblaßt schien Anlaß zu elegischen Gedanken über die Vergäng-n is des Ruhms und den Flattersinn der Leser. Damals wählte er sich das Sym-

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