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3 (1926) Die Neuzeit im deutschen Bereich
Entstehung
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König zwar nicht persönlich mit, gestattete aber, daß man ihn nebst den Kur-fürsten auf die Bühne brachte, außerdem erschienen Merkur, Apollo unddie Musen, Bacchus und die Satyrn nunmehr auch vor größerem Publikum,und der Darsteller des Königs versicherte zum Schluß sämtliche Mitspielerseiner Huld und Gnade. Dieses originelle Theaterleben der Wiener Huma-nisten fand nach dem Tode des Celtis noch einmal Gelegenheit zu einer glän-zenden Schaustellung; beim Fürstenkongreß von 1515 führten junge Adligevor dem jungen Karl von Burgund, der Königin Maria und dem KardinalMatthäus einenStreit der Wollust mit der Tugend" auf, wobei Venus undCupido, von Pallas überwunden, samt ihrem Anwalt Epikur in die Hölle wan-dern mußten.

Zweifellos fallen die ersten Berührungen zwischen der Nürnberger KunstUnd dem Humanismus zeitlich mit dem Aufenthalt des Celtis in dieser seinerLieblingsstadt zusammen. Im Jahre 1491 vereinigten sich Hartmann Schedelund Wohlgemut zur illustrierten Herausgabe der berühmten Weltchronik,die zwei Jahre später erschien, eben als Celtis die Veröffentlichung einerillustrierten Mythologie plante. Die Holzschnitte der Weltchronik fassenfreilich das Altertum ungefähr in der Weise der älteren Straßburger Illustration,hinter der sie übrigens durch ihre Vermeidung des Nackten noch zurückstehen,ein paar nackte Putten sind die einzigen schüchternen Vorboten der Renais-sance. Celtis trat schon 1493 in Beziehung zu der Nürnberger Kunst, er schickteseine Vorschriften für den Zeichner und korrespondierte mit Schreyer sowohlüber die Gemälde, womit der Freund des Altertums sein Haus als einenMusen-hain" schmückte, als über die Illustration zu seinem eigenen Leben des HeiligenSebald. Ein solches Dokument für das Verhältnis des Humanisten zum Künst-ler hat uns Hartmann Schedel in den Entwürfen aufbewahrt, die Celtis fürdie Holzschnitte der Amores (1502) lieferte. Sie beschränken sich aller-dings auf die Verteilung der Figuren und der dazu gehörigen Beischriften imRaum. Um so deutlicher tritt uns in den ausgeführten Holzschnitten dieMythologie, Allegorie und Symbolik entgegen, deren eigentümliche Wieder-gabe jedenfalls auf sehr eingehende briefliche Anweisungen des Celtis schließenJ äßt. Während das Titelblatt auf den seltsamen Parallelismus der AmoresUnd der deutschen Geographie hinweist und der zweite Holzschnitt, die Über-reichung des Werks an den Kaiser, in der gotischen Einfassung ein paarUiuntere geflügelte Putten zeigt, führt uns das dritte Blatt ganz in die Ge-dankenwelt des gelehrten Autors. Hier thront die Philosophie, als reich ge-schmückte und gekrönteKönigin aller Wissenschaften" aufgefaßt, in derRechten drei Bücher, in der Linken das Szepter.

Auf dem Bild des sterbenden Celtis, im Jahre 1507 von Hans Bruckmair ver-fertigt, sind die Ungeheuerlichkeiten der früheren tastenden Versuche über-wunden, Haltung und Gewand der trauernden Götter Merkur und Phöbus,die nackten Putten, die Lorbeergirlanden und die Inschrifttafel mit ihrerschönen Kapitale gehören ganz der Renaissance.

Während so der Humanismus die deutsche Illustration zur Beschäftigungm it der Stoffwelt des Altertums anzuweisen suchte, hatte ein Dürer bereitsden nackten menschlichen Körper soantikisch" angeschaut, wie es das

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