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3 (1926) Die Neuzeit im deutschen Bereich
Entstehung
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Hüttenarbeitern, dem gemeinen Mann überhaupt, hatte Paracelsus nicht alleinMittel kennengelernt und durch glückliche Kuren erprobt, sondern sichauch Weltansichten gebildet, die allem widersprachen, was auf den hohenSchulen galt. Als er 1527 zu Basel auftrat, erklärte er zuvörderst, daß er nichtsauf fremde Autorität lehren werde. Er spottete über den Prozeß der ererbtenRezepte; den Kanon des Avicenna hat er einst in ein Johannisfeuer geworfen;er wollte von nichts als von der Natur hören: denn nur die Bücher seien wahr-haft und ohne Falsch, welche Gott geschrieben; die Elemente müsse man stu-dieren, der Natur nachgehen von Land zu Land, da jedes einzelne nur ein Blattdes großen Buches sei; die Augen, ,,die an der Erfahrenheit Lust haben",die seien die wahren Professoren, und wie er sonst seinen Widerwillen gegendie Schriftgelehrsamkeit ausspricht. Auch das, was er leistete, ist in neuerenZeiten wieder mehr zu Ehren gekommen: auf einen Laien, der seine Bücherdurchläuft, macht besonders seine Ansicht von der fortwirkenden Energiedes einmal angeregten Lebens Eindruck, von der dem Organismus eingeborenenund denselben von innen her erhaltenden Kraft der Natur. Es lebt in ihm einsinnvoller, tiefer und mit seltenen Kenntnissen ausgerüsteter Geist, der abervon dem einen Punkt aus, den er ergriffen, die Welt zu erobern meint,viel zu weit ausgreifend, selbstgenügsam, trotzig und phantastisch, wie solchewohl in der deutschen Nation noch öfter hervorgetreten sind.In der Medizin war es zunächst, eben wie in anderen Wissenschaften, erforder-lich, auf die echteren Quellen der Belehrung zurückzugehen. In Wittenbergauf die Notwendigkeit, sich vor allem des Hippokrates wieder zu bemächtigen,aufmerksam gemacht, unternahm Johann Cornarus hierzu eine Reisenach Italien; aber schon in Basel kam ihm sozusagen sein Autor selber ent-gegen: im Jahre 1526 war der griechische Text von Aldus, wiewohl sehr un-korrekt, gedruckt worden und vor kurzem angelangt. Bei dem ersten Stu-dium durchdrang sich Cornarus noch mehr mit der Überzeugung, daß dieGriechen die einzigen wahren Meister der Heilkunde seien, die man nur zu-vörderst wieder bekannt machen müsse. Mit Hilfe einiger Handschriften, dieFroben herbeischaffte, stellte er einen bei weitem richtigeren Text auf undkonnte es dann wagen, auch eine Übersetzung zu versuchen, ein Werk, vondem sein Lebensbeschreiber rühmt, es werde seit zwei Jahrtausenden in derlateinischen Sprache vermißt: so ganz fühlte man sich diesseits noch als wesent-lichen Bestandteil der alten lateinischen Kulturwelt. Hierauf erscheinen anden Universitäten Vorlesungen über Hippokrates und den echten Galen,dem Cornarus einen ähnlichen Fleiß zuwandte; bei der Prüfung der Doktoran-den legte man wohl eine Stelle aus den Aphorismen oder eine Definition Galenszur Erklärung vor. Es begann eine allgemeine Reaktion gegen die Araber.Leonhard Fuchs, ein glücklicher Nebenbuhler des Cornarus, sah ihre Wissen-schaft fast aus dem Standpunkte einer nationalen Feindseligkeit an, als einesolche, durch die, wenn sie länger bestünde, der Untergang der Christenheitbefördert werden würde: niemals seien die Griechen von ihnen verstandenworden; ihre Theorien und ihre Heilmittel seien gleich verwerflich; er seiner-seits werde nicht aufhören, gegen diese Sarazenen zu streiten.Nun konnte man sich aber in der Medizin unmöglich wie in der Jurisprudenz

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