raschten Kirche und eines liebenden Gottes und das innige Empfängnis einesneuen Messias in ihren tausend Gliedern zugleich. Wer fühlt sich nicht mitsüßer Scham guter Hoffnung? Das Neugeborne wird das Abbild seines Vaters,eine neue goldne Zeit mit dunkeln, unendlichen Augen, eine prophetische,wundertätige und wundenheilende, tröstende und ewiges Leben entzündendeZeit sein, eine große Versöhnungszeit, ein Heiland, der wie ein echter Geniusunter den Menschen einheimisch, nur geglaubt, nicht gesehen werden kannund unter zahllosen Gestalten den Gläubigen sichtbar, als Brot und Weinverzehrt, als Geliebte umarmt, als Luft geatmet, als Wort und Gesang ver-nommen und mit himmlischer Wollust als Tod, unter den höchsten Schmerzender Liebe in das Innere des verbrausenden Leibes aufgenommen wird. —(Novalis, Die Christenheit oder Europa, 1799.)
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