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Zweiter Abschnitt. ^
Wie sich die Achtung und Liebe gegen die Menschenver- inunft in Rücksicht auf unsere Gefühle beweisen müsse. !
§. 90. l
Die bicrhin gehörigen Gefühle sind 4. in Beziehung auf uns(auf die Menschenwürde in uns) 1. das Gefühl der Selb stach- ^tnng (mit welchem sich aber das Gefühl der Demuth und Be-scheidenheit verbinden must); 2. das Gefühl der Selbstliebe.
L. In Beziehung auf Andere 1. das Gefühl der M c lisch e li-scht ung, 2. der Nächstenliebe (Menschenliebe), von welche)ein Hauvtbestandtheil das Mitgefühl (das Mitleid und die Mit-freude) ist.
O. In Beziehung auf das Wahre, Gute, Vollkomme-ne, Schöne überhaupt zeigt sich die Achtung und Liebe der !Meuschenvernunft in der Erhaltung und Belebung der Ge- ^fühle für das Wahre, Gute, Vollkommene, Schöne, da- >her im Allgemeinen in der Ausbildung des Gcfühlsvcrmö- ^g e n s.
Dritter Abschnitt. l
Wie sich die Achtung und Liebe gegen die Menschenver- >
nunft in Rücksicht auf unsere Bestrebungen bewei- !
scn müsse. ' !
§. 9l. !
Diese Achtung und Liebe soll sich in dem ernstlichen Streben 'zeigen, die Würde und Vollkommenheit in uns und Andern zu be- ^wahren und zu erhöhen, daher 4. in Beziehung auf die See-le in der Sorge dafür, daß in uns und Andern alle Triebe ^und Neigungen der Herrschaft der Vernunft und insbe- ^sondere der Herrschaft der Liebe zu Gott untergeordnet und derselben >förderlich eingerichtet werden. Tie Triebe und Neigungen beziehe» !sich entweder auf etwas Angenehmes, unerlaubtes, oder er- -laubtes (und dann heisst die Beherrschung der Triebe und Neigungen >nach dem Unerlaubten Enthaltsamkeit, — nach dem Erlaub-ten Mäßigung und Genügsamkeit); oder sie beziehen sich ans ^ctwgs Unangenehmes, welches entweder nicht (physisch oder mo-ralisch) gehoben, werden kann (in dieser Hinsicht ist die Beherrschungder Triebe die Geduld), oder welches als mit der Pflicht verbun- ^den übernommen werden muß (in dieser Hinsicht ist die Beherr-schung der Triebe die Großmuth). Was insbesondere unsereSorge für die Beförderung der Vernunftherrsckaft über alle Triebein andern Menschen betrifft, so heißt dieselbe ». 'insofern sicdie eigene Veranlassung zu moralischen Unordnungen in Andernflieht, — Vermeidung des Acrgcrnisses; b. insofern siedurch Worte und Thaten zur Pflichterfüllung antrcibt, — Er m n n- >terung zur Tugend; o. insofern sie selbst Verirrte zur Tugend >
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