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„Strebe frcithätig nach dem, was wahrhaft wesentlich gut, vollkom- !nie» ist, waS mit der höchsten wesentlichen Vollkommenheit, mitdem höchsten Gute, barmonirt." Dieser Satz druckt also nur ei»Criterium des Sittlichguten ans, und hat alle die Gegenbemer-kungen, die schon gegen das GlückfeligkeitSprincip gemacht sind, i»einem gewissen Grade auch gegen sich.
§. 21 .
VH. „H andle vern » nsti g." Oder: „Achte die Vernunft, ,achte sic unbedingt, ihrer selbst wegen, und handle überall, inner- jlick und äußerlich, dieser Achtung gemäß." Dieses ist nach lieber- 'waffer das höchste Formalprincip. Für das höchste M aterial-princip erklärt erfolgendes: „Erhöhe die Würde deiner vcrnünfti- !gen Natur durch Vervollkommnung deiner selbst ;n einem weise», -gerechten, wohlwollenden und über die Widerstande ^der Sinnlichkeit erhabenen Wesen." Dieses Princip ist >1. zu sehr zusammengesetzt, und 2. zu beschränkt, da es -bloß von der Würde der menschlichen Vernunft, und zwar nur i»dem Individuum redet.
§. 22 .
VIII. „Folge dem sittlichen Triebe; oder: Erbebe dich zur freie», iunbeschränkten Selbstthätigkcit in nnansbörlichen Fortschritten; oder:Erhebe dich immer mehr über den 'Naturtrieb (über die Triebe derSinnlichkeit); oder: Widerstrebe immer mehr der Sinn-lich k c i t."
AuS diesem Principe würde folgen, daß man moralisch guthandelte, wenn man die Sinne ganz vernichtete, daß man nieda, wo Sinnlichkeit und Vernunft harmoniren B. bci'm Genüsseeiner norhwendigen Nahrung), sittlich gut handeln könne (I. 17.).
z. 23.
IX. „Handle allen deine» Verhältnissen gemäß." ,
Dieser Satz ist ein Eritcrium des Sittlichgnten, indem dasSittlichgutc wirklich allen Verhältnissen angemessen, in Rücksichtauf alle Verhältnisse wahrhaft gut sevn muß. Aber er ist I. keinMatcrialprincip, da hier immer noch gefragt wird: was istdieses, welches in alle Verhältnisse passet? Und muß wirklich alle-mal jedes Vcrhältniß positiv berücksichtigt werden? Muß ich ;. V.allemal bei sittlich guten Handlungen an Gott, an mein Verhältniszu Gott denken? 2 .vier ist kein Formalprincip; denn ick weißnicht, warum ich so handeln soll. Sagt man: weil die Verminstallen Widerspruch verwirft; so ist dir Ächtung der Vernunft, derWürde der Verminst der rechte Grund. 3. Wie schwer ist dieAnwendung dieses Principcs? Wie will man alle Pflichte» darausllbleitcn? Wie insbesondere in Collisionsfällen entscheiden ? 4. Manmacht mit allem Rechte einen Unterschied zwischen dem in alle»Verhältnissen, Umstanden physisch Guten und dem in allen Ver-hältnissen moralisch Gnten . . .