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Erkenntniß der Vollkommenheiten Gottes führe, selbst in der Offen-barung gegründet. Sogar ist hiermit im Einklänge die Geschichteeinzelner Menschen und Familien unter den Heiden, wel-che Gott durch das Licht ihrer Vernunft erkannten, ja selbst einigephilosophische Beweise für einige Vollkommenheiten Gottes führten(wiewohl auch nicht zu läugnen ist, daß denselben Einiges aus derUroffenbarung bekannt seyn konnte). Im Briefe an die Römer wirdmit ausdrücklichen Worten behauptet: „Tie Heiden, die kein gcvffen-bartes Gesetz haben, thun von Natur Einiges, was gesetzmäßigist, und zeigen, daß ihnen das Gesetz in's Herz geschriebenist, indem ihnen ihr Gewissen Zeugniß gibt, und ihre Gedankensic anklagen, oder rechtfertigen." Röm. II, 14. 15.
Aus dem Ganzen folgt: „Benutze sowohl das Licht der Ver-nunft, als das Licht der Offenbarung, welche beide ein unzertrenn-liches Ganze ausmachen, da die Vernunft ohne die Offenba-rung nicht entwickelt, und die Offenbarung ohne die Vernunftnicht aufgefaßt und (so viel möglich) in ein harmonisches Ganze —in eine wissenschaftliche Erkenntniß — geordnet werden kann. DasEinseitige straft sich selbst. Da die Geschichte der Philosophie lehrt,wie schrecklich jene, welche die Offenbarung verwerfen, selbst inRücksicht auf die Vernunftreligion sich verirren; da ferner die Na-tur der Sache bezeugt, wie schwer eine Vernunftwissenschaft vonGott zu Stande kommt: so laß dich hierdurch warnen; gebrauchezwar deine Vernunftkräfte mit allem Eifer, halte dich aber auchan die Offenbarung mit ganzer Seele, und reiß dich nie los vonChristus, der da ist das Licht der Welt, der Weg, die Wahrheitund das Leben."