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Handbuch der Philosophie :
(der Logik, Metaphysik, Moral- und Rechtsphilosophie)
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von ibm gelegten Kräfte entwickeln, und ihr Erkenntnißvermögen so»»regen konnte, daß sie gleich und vbne große Anstrengung idn kennenlernten (auch ohne daß sie unmittelbar genau unterscheiden konnten,daß gerade er eS scy, der dieses bewerkstellige), wer könnte das be-zweifeln; da sogar wir Menschen andere erziehen, idre Geisteskräfteentwickeln, und sie sogar auf eine solche Art zu Erkenntnissen führenkönnen, daß sie die Kenntnisse selbst erworben, gefunden, zu habenglauben, wenigstens unser» Antheil an der Hervorbringung ihrer Kennt-nisse nicht zu unterscheiden vermögen?

Z. 127.

2. Nothwendigkeit der Offenbarung, als einer Quelleder Erkenntniß von Gott.

Was wäre der Mensch, der bloß sich überlassen, ohne alle Er-ziehung von Andern bliebe? Was vermöchte alle Ncrnunftkraft desMenschen ohne die Sprache? Wer soll aber die Sprache denMenschen kennen lebren, wer anders, als der Erzieher? Nun denkeman sich die ersten Menschen. Wer soll diese erziehen? Wer sollihnen die zur Vernnnftentwickelniig so nothwendige Sprachkcnntnißbeibringen? Wer soll sie zur Idee des über alle Sinne erhabenenunendlichen Wesens führen, jenes Wesens, in dem die unbedingteNothwcndigkeit und die unbegrenzte Freiheit, die unendliche Liebeund die grenzenlose Gerechtigkeit, die Alles durchdringende Allgc-genwart und die Einfachheit und Geistigkeit verbunden ist? Einanderer Mensch? Aber es ist ja von den ersten Menschen die Re-de; cs ist noch kein Mensch da, der gehörig erzogen und im Stan-de wäre, andere zu erziehen. Hier ist also kein anderes Mittelübrig, als: Gott selbst, der Urheber, Vater, der Menschen, mußdieselben erziehen (mittelbar oder unmittelbar); Gott selbst muß ih-nen die Idee des Unendlichen, und damit die Idee der Tugendund Unsterblichkeit beibringen. (Siche den ganz vortrefflichen Auf-satz in der Tübinger Quartalschrift: „Aphorismen über den Ur-sprung unserer Erkenntnisse von Gott — ein Beitrag zur Entschei-dung der neuesten Streitigkeiten über de» Begriff der Offenba-rung.").

Daß Gott dieses wirklich gethan hat, bezeugt die Geschichte.Go t offenbarte sich den ersten Acltern, den darauf folgenden Pa-triarchen Abraham, Jsak, Jakob, — dem Noe, aus dessen Fami-lie alle Völker des Erdbodens (die Perser, Sinesen, Aegypter ...,und das hebräische Volk) entsprossen sind. Alle Völker hatten alsodie Offenbarung Gottes; alle außerhcbräischcn Völker, die sich nachund nach vom Strome der heiligen Ueberliefcrungen entfernten, re-den selbst in ihren mit Fabeln vermischten Lebren vom Umgängeder Menschen mit der Gottheit, vom paradiesischen Zustande derersten Menschen, von der durch Gott verhängten Strafe der Sünd-fluth . . . Das hebräische Volk bewahrte treu die OffenbarungenGottes, und wurde von Gott besonders gewürdigt, durch neue, andie vorigen sich anschließende Offenbarungen im Glauben und inder Tugend gestärkt zu werden, und unter allen Völkern als eineFeuersäule zu leuchten, welche die Erkenntniß des wahren Gottes